Flüchtlinge: Große Resonanz auf Info-Veranstaltung Runder Tisch in Affeln

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Sehr gut besucht war der Runde tisch zum Thema Flüchtlinge in Affeln

Affeln/Neuenrade - Große Resonanz gab es am Donnerstagabend in der Gaststätte Willeke-Wortmann auf den Infoabend „Runder Tisch“ zum Thema Flüchtlinge. In der Gaststätte musste gar eine Tür ausgehängt werden, damit alle zuhören konnten.

So versammelten sich sicher weit mehr als 80 Bürger aus Affeln, Altenaffeln und Blintrop, um mehr zu erfahren.

Hintergrund: Das Affelner Pfarrheim wird bald mit Flüchtlingen belegt. Dieser Abend sei, so Ortsvorsteher Josef Hochstein, dazu gedacht, aufzuklären, wie Flüchtlinghilfe geleistet werden könne. Er sei überzeugt, die Aufnahme der Flüchtlinge wirke sich positiv auf das Dorf aus und würde auch bestehende Vorurteile ausräumen. Bürgermeister Antonius Wiesemann bestätigte zudem, dass sich der „Runde Tisch“ in Neuenrade bereits bewährt habe. So wolle man etwaige Bedenken nehmen, auch wenn man derzeit nicht einschätzen könne, was insgesamt auf die Verwaltung zukomme. Auch Bürgerpreisträger Toni Schlotmann und die Integrationsbeauftragte, Leiterin von Bücherei und Zelius, Sandra Horny, waren dabei, sagten, man solle offen auf die Flüchtlinge zugehen und versuchen sie so gut wie möglich zu integrieren. So wurde die Flüchtlingssituation im Kernstadtgebiet Neuenrade (wir berichteten mehrfach) einschließlich Unterbringungssituation noch einmal dargelegt, aktuelle Zahlen präsentiert (176 Flüchtlinge) und das ganze auch erläutert. In Neuenrade sei schon viel bewegt worden und die Flüchtlinge seien sehr dankbar für jegliche Hilfe.

Nicht hilfreich sei, dass die Verwaltung nur immer kurzfristig über neu ankommende Flüchtlinge informiert würde.

Die Flüchtlinge / Asylbewerber versuche man einzubinden, Beschäftigungen würden über Ein-Euro-Jobs verschafft. Das funktioniere sehr gut, hieß es. Aber: Die Zahl der Flüchtlinge steige kontinuierlich und deshalb reiche auch die Zahl der inzwischen mehr als 40 ehrenamtlichen Hilfskräfte aus Neuenrade nicht aus, um alle Aufgaben zu bewältigen. Und – am Donnerstagabend lagen Helferlisten in Affeln aus, in die sich einige der Gäste ohne zu zögern eintrugen.

Auch den Sachstand zur Situation im Pfarrheim wurde während der Versammlung erläutert: Die Verhandlungen und Genehmigung der Verträge über den Umbau des Pfarrheims dauern demnach noch an und liegen zur Unterzeichnung beim Erzbistum Paderborn. Nach Bewilligung gehe es an die Umbaumaßnahmen. Duschen sollen unter anderem eingebaut werden und eine Notfalltreppe von außen muss installiert werden. Sobald diese Maßnahmen abgeschlossen sind, könnten die Flüchtlinge (laut Kirchenvorstand vor 21. Dezember) einziehen. Verdeutlicht wurde im Rahmen der Versammlung noch einmal, dass die genaue Zahl der Personen, die in Neuenrade ankommen, welcher Religion sie angehören, ob Familien oder Einzelpersonen, außerhalb des Einflusses der Stadt Neuenrade liege. So wisse man eben nicht, wann der nächste Bus mit Flüchtlingen komme und wer genau darin sitze. Da bisher 80 Prozent der bisher in Neuenrade angekommenen Flüchtlinge Männer seien, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch im Pfarrheim Männer aufgenommen würden. Sandra Horny jedenfalls berichtete von ihren Erfahrungen. „Auch mir war es am Anfang sehr befremdlich auf die Menschen zuzugehen, aber bislang habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und sie sollten es einfach probieren. Auf die Männer zugehen und lächeln“. Ungefähr 25 Prozent der Flüchtlinge kämen alleine nicht zurecht; doch der Rest komme in unserer Gesellschaft klar, sagte sie. Demnächst weiterer Runder Tisch Etliche weitere Infos gab es im Laufe der Versammlung: Zum Beispiel dass Flüchtlinge erst nach Abschluss des Asylverfahrens arbeiten gehen dürften, dass Kinder sofort in den Integrationsprozess eingebunden würden.

 Die eine oder andere Frage kam aus der Versammlung. So wollte man wissen, wer denn darüber entscheide, welche Schule die Kinder besuchen würden?“ Der Bürgermeister und die Vertreter der Stadt konnten darauf keine konkrete Antwort geben, verwiesen auf die Schulbehörde in Arnsberg.

Auch die Frage nach anfallenden Spritkosten für Fahrten im Rahmen einer möglichen ehrenamtlichen Hilfe kam auf. Kämmerer Gerhard Schumacher verwies darauf, dass auch die, falls gewollt, übernommen würden, zudem sei derjenige versichert, der Fahrdienste anbiete. Unzufrieden waren einige Besucher der Versammlung darüber, dass generell noch keine konkreten Zahlen genannt werden konnten, was die Anzahl der Flüchtlinge und den exakten Termin des Einzugs im Affelner Pfarrheim anbelange. Wie dem auch sei: Es wird demnächst ein weiteres Treffen geben, bei dem all jene, die sich als Helfer in die Liste eingetragen haben, teilnehmen und weiteres besprechen.

 Ortsvorsteher Josef Hochstein bedankte sich an dem Abend für die Hilfsbereitschaft, die er nicht als selbstverständlich betrachte. Und Hilfsbereitschaft sei zweifellos da – das beweise doch die Top-Resonanz auf die Spendenaktion vor einigen Wochen.

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