25 Flüchtlinge im Affelner Pfarrheim

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Alois Levermann, Josef Hochstein, Pastor Andreas Schulte und Detlef Schulte vor dem Pfarrheim.

Affeln - Im Familiengottesdienst am Sonntagmorgen gab Alois Levermann stellvertretend für den Kirchenvorstand eine wichtige Entscheidung bekannt. In wenigen Wochen sollen im Affelner Pfarrheim 25 Flüchtlinge eine Unterkunft bekommen.

Schon länger habe man bekanntlich die Absicht in der Gemeinde gehegt, das Pfarrheim zu verkaufen, da eine langfristiger Unterhalt von Pfarrheim und Pfarrhaus nicht mehr möglich schien.

Auch weil in der Vergangenheit einige Verkaufsgespräche erfolglos verliefen, sollte nun ein Makler beauftragt werden, das Gebäude zu veräußern. Das Vorhaben wurde nun insgesamt auf Eis gelegt.

Dann, angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa und Deutschland, da viel Flüchtlinge hier Schutz suchten, will sich hier die Kirche einbringen und helfen.

Deshalb wurden Informationen eingeholt, ob und wie das Pfarrheim zur Flüchtlingsaufnahme zur Verfügung gestellt werden könne. Das Bistum habe versichert, dass es einen Fördertopf gäbe, der speziell für Umbaumaßnahmen der Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung stünde.

In Gesprächen mit der Stadt Neuenrade und Besichtigungen vor Ort konnte sichergestellt werden, dass das Pfarrheim geeignet sei, nach kleinen Umbauten, Menschen dort aufzunehmen.

Wie der erfolgreiche Spendenaufruf des Ortsvorstehers Josef Hochstein schon gezeigt habe, sei die Hilfsbereitschaft der Bewohner Affelns und auch der umliegenden Dörfer enorm. Auch nach Gesprächen mit Vereinen und privaten Personen sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass die anfängliche Angst und Ablehnung in Anteilnahme und Verständnis umgeschlagen sei.

Ein detaillierter Mietvertrag wird mit der Stadt Neuenrade ist wohl bereits ausformuliert. Die Kirchengemeinde stellt der Stadt Neuenrade das Pfarrheim als Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung - unentgeltlich oder zu einem symbolischen Mietpreis.

Um eventuelle Fragen vorwegzunehmen, wurden einige wichtige Details schon im Vorfeld rege diskutiert. So sollen ethnische und religiöse Konflikte von vornherein vermieden werden. Da sich das Pfarrheim nicht zur Familienunterbringung eignet, will man Einzelpersonen dort unterbringen. Auch soll das Wohnen dort zumutbar bleiben - denn auch wenn rechnerisch mehr Kapazität vorhanden wäre - sollen nicht mehr als 25 Menschen im Pfarrheim beziehen.

Im besten Fall stehe die Unterkunft bereits in drei bis vier Wochen zur Verfügung, doch gewiss vor dem Wintereinbruch, hieß es am Sonntag.

Die Gruppen, wie Kinderchor oder KFD, die derzeit ihre Proben und Veranstaltungen im Pfarrheim haben, werden wenn möglich ins Pfarrhaus umziehen. Die Stadt sicherte zu, während der Umbauphase des Hauses - welche zeitgleich beginnt - auch andere Räume für diese Termine zur Verfügung zu stellen.

Improvisation ist daher vielleicht in den nächsten Wochen angesagt, aber der Kirchenvorstand zeigte sich zuversichtlich, dass auch andere Affelner Vereine mit ihren Vereinsunterkünften aushelfen würden.

Wer genau nun in ein paar Wochen in das Affelner Pfarrheim einzieht, wird letztendlich von der Stadt entschieden.

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