Feuerwehr: Zukunftsaufgabe Personalarbeit

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Um die Neuenrader Feuerwehr ist es derzeit gut bestellt, für die Zukunft ist Personalarbeit wichtig.

Neuenrade - Um die Freiwillige Feuerwehr Neuenrade ist es ganz gut bestellt. Das ist das Ergebnis einer  Analyse, die Stadtbrandinspektor Karsten Runte, in Rahmen des Brandschutzbedarfsplans, erarbeitet hatte und im Rat präsentierte. Doch, sich entspannt zurückzulehnen, wäre falsch.

Technisch und materiell präsentiert sich die Wehr gut. Auch die geforderten Sollzeiten bei der Anfahrtszeiten werden erfüllt. Hier wird die 8-Minuten-Regel zugrunde gelegt. Dabei muss die Feuerwehr bei einem „Wohnungsbrand im ersten Obergeschoss“ mit zehn Mann innerhalb von acht Minuten eingetroffen sein. Das werde in 80 Prozent der Fälle eingehalten, ein guter Wert, erläuterte Runte.

Bei 70 Prozent der Werte würde die Aufsicht schon einschreiten. In Ordnung sei die Löschwasserversorgung, die Gerätehäuser seien strategisch gut verteilt, beim Personal gebe es wohl auch keine Defizite.

Gleichwohl gibt es dennoch das eine oder andere zu verbessern, weil sich Ausstattungs- oder Personalanforderungen oder Rahmenbedingungen ändern: Sei es genug Parkplätze bei einem Feuerwehrgerätehaus, fehlende Absaugung oder Umkleideräume, die nicht nach Geschlechtern getrennt sind. So muss auch ein neues Unterstellkonzept für ein Fahrzeug in Küntrop her und im kommenden Jahr steht eine Ersatzbeschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges für die Löschgruppe Affeln an.

Runte sprach auch die Rubrik Personalverfügbarkeit an. Hier bereiteten die unterschiedlichen Arbeitsschichten Probleme. Man fordere im Fall des Falles zwei Einheiten an, um auf die Sollstärke zu kommen. Es komme zudem zu Schwankungen bei der Tagesverfügbarkeit. Stadtbrandinspektor Karsten Runte sagte ganz klar, dass das Thema Personal in Zukunft sehr entscheidend sei. Gelinge es einer Stadt nicht, die Sollanforderungen zu erfüllen, so drohe Ungemach.

Da gebe es das böse Wort der „Pflichtfeuerwehr“. Da gehe es darum, junge Männer und Frauen zum Dienst zu verpflichten. Und wenn das nicht gelinge, müsse man eben jemanden einstellen. Runte betonte, dass es künftig darum gehen müsse, die Freiwilligen bei der Stange zu halten und auch immer für ein Nachwachsen der freiwilligen Fachkräfte zu sorgen. Junge Feuerwehrmänner- und -frauen müssten gefördert werden, auf die Jugendfeuerwehr sei zu achten. So gehe es darum, die Steigerung der Verfügbarkeit des Personals bei Tageseinsätzen zu erreichen und die Mitgliederzahl zu erhöhen. Die Verwaltungsabläufe gelte es zu optimieren und es müssten die Arbeitsabläufe verbessert werden. Das alles unter dem Strich zu erreichen, das sei die große Herausforderung, schloss Runte seinen umfassenden Vortrag – der ein Auszug aus dem fast 90 Seiten umfassenden Brandschutzbedarfsplan bildete, den Runte erarbeitet hatte.

Ein externer Gutachter hätte dafür sicher einen fünfstelligen Betrag für bekommen. Bürgermeister Wiesemann bedankte sich bei Runte und sagte, dass man sich in Neuenrade froh und glücklich schätzen könne, eine so gut funktionierende Feuerwehr zu haben. Applaus gab es von allen Abgeordneten in Richtung ehrenamtliche Feuerwehrmänner. Lob gab es auch für die Arbeitgeber in Neuenrade, die meist problemlos die Mitarbeiter freistellen würden. Es gäbe sogar Fälle, da würden Arbeitgeber sie zum Einsatz fahren.

Die Zusammenarbeit sei gut, manch Unternehmer würde auch mal mit Fahrzeugen/Geräten aushelfen.

Von Peter von der Beck  

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