Erste-Hilfe-Kurs in der Burgschule verläuft erfolgreich

„Es passiert so schnell etwas“

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Gemeinsam üben die Schüler die stabile Seitenlage. Der Erste-Hilfe-Kurs kam so gut an, dass bereits ein weiterer in Planung ist.

Neuenrade - „Bitte den Notruf absetzen!“ Zum zehnten und vorerst letzten Mal besuchte Simone Voss vom DRK am Donnerstag die Erste-Hilfe-Projektgruppe der Burgschule. Dabei lernten die Schüler so wichtige Dinge wie die Herz-Druck-Massage, die stabile Seitenlage oder das Absichern einer Unfallstelle.

„Wo hängen in Neuenrade die Defibrillatoren?“, fragt Simone Voss die Kinder der Projektgruppe. Zehn Schüler aus den Klassen eins bis vier hatten sich für den Erste-Hilfe-Kurs angemeldet und Simone Voss sowie Erzieherin Bettina Ennemann sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Sie haben sehr viel von dem, was sie hier gelernt haben, behalten und sind jetzt superfit in der ersten Hilfe. Es hat ihnen viel Spaß gemacht“, resümiert Ennemann. So ist auch schon ein weiteres Erste-Hilfe-Projekt in Planung.

Simone Voss, Ausbilderin seit 2006, besucht regelmäßig Kindergärten und Grundschulen, um den Kindern das richtige Verhalten im Notfall beizubringen. „Das ist eine tolle Idee. Normalerweise macht man einen Erste-Hilfe-Kurs nur für den Führerschein und dann nie wieder. Aber gerade für Kinder ist es wichtig, zu wissen, wie man sich verhalten muss. Es kann so schnell etwas passieren“, bemerkt Kornelia Krekel, Mutter von Finn (10), der gerade am Dummy die Herz-Druck-Massage und das Beatmen übt. „Mein Sohn war begeistert und stolz, dass er das alles gelernt hatte. Er hat die Verbände mit so viel Freude getragen, dass sie gar nicht mehr abgenommen werden durften“, so Krekel weiter.

Neben den praktischen Übungen lag der andere Schwerpunkt auf der richtigen Reaktion im Ernstfall. „Es ist zum Beispiel sehr wichtig, dass die Kinder in jeder Notsituation „Feuer“ rufen. Dem Wort „Hilfe“ kommt heutzutage einfach nicht mehr genügend Aufmerksamkeit zu, da Kinder auch oft im Spiel laut schreien oder „Hilfe“ rufen. Auf „Feuer“ reagieren die Nachbarn auf jeden Fall eher“, betont Voss.

Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die nach einem Unfall ärztliche Hilfe benötigen, wird vom Bundesgesundheitsministerium auf jährlich rund 1,7 Millionen geschätzt, wovon 44 Prozent zu Hause, auf dem Spielplatz oder in der Schule beziheungsweise im Kindergarten verunglücken. „Es ist erstaunlich, wie ernsthaft und motiviert die Kinder bei der Sache sind. Ich bin sehr froh, dass mein Sohn einen Einblick in die erste Hilfe erhalten hat. Es ist einfach unheimlich wichtig“, so Krekel.

Übrigens: In Neuenrade hängen die Defibrillatoren unter anderem in der Sparkasse, der Apotheke und im Ärtztehaus.

Von Lisa Klaus

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