Erfahrungen mit der „Dichtkunst on air“

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Das Radioteam des EAZ bekam einen Einblick in den Alltag der Moderatoren des Senders in Iserlohn. Wichtig sei vor allem Relevanz, Aktualität und Lokalität im täglichen Programm.

Neuenrade - Das neuformierte Team der Radiomacher vom Evangelischen Altenzentrum Neuenrade (EAZ) hat Radio MK in Iserlohn besucht. Der Blick hinter die Kulissen im „Funkhaus an der Isenburg“ wurde von Hanno Grundmann, Redakteur vom Dienst und Moderator, informativ begleitet.

Grundmann, den Radio MK-Hörern als Moderator durch seine „Am Morgen“-Sendung mit Co-Moderatorin Janine Holst bestens bekannt, führte die ehrenamtlich agierenden Neuenrader Radiomacher Ernst Dirks, Ruth Slamberger, Peter Müller und den Autor dieses Artikel durch den Sender. Hanno Grundmann zog alle Register einer guten Vermarktungsstrategie und Willkommensbegrüßung. Locker plaudernd und souverän in seinen fachlichen Erklärungen präsentierte er den Neuenradern das tägliche Radiomachen, das in dem Funkhaus mit drei Sende-Einheiten zu je vier Stunden an der Tagesordnung ist.

Informativ führte Grundmann durchs Thema, setzte knackige Akzente: Wichtigkeit, Relevanz, Aktualität und Lokalität sind die Kernpunkte, die für Radiomacher wichtig sind. Die morgendliche Redaktionskonferenz (um 10 Uhr - “da werden alle auf einen Stand gebracht“) entscheidet, welche Themen aufgegriffen und redaktionell bearbeitet werden. Entschieden wird auch, was von überregionaler und von regionaler Bedeutung ist. Vorliegende Agenturmeldungen oder bereits fertige Beiträge, die organisatorisch von Radio Oberhausen vorliegen, können übernommen oder umgeschrieben werden.

Im Umgang mit lokalen Ereignissen sieht sich Radio MK im Vergleich zu den Mitbewerbern gut aufgestellt, ist „nah am Hörer“. Eigene Beiträge werden vielfach durch freie Mitarbeiter sendefertig gemacht, der Blick vom Redakteur vom Dienst gibt das Okay - der Kontakt zu Vereinen und Verbänden lasse manchmal den E-Mail-Briefkasten überquellen, schmunzelte Hanno Grundmann.

Die Führung durch den Sender ermöglichte den Blick ins Großraumbüro, in schalldichte Kleinräume und natürlich auf die Technik mit seinen Möglichkeiten: Ob Konferenzschaltung oder Live-Interview, ob Musik oder Verkehrsbericht - die Sendezeit muss genau genutzt und eingehalten werden. Und: Während der Moderation wird abgelesen, nur in Ausnahmefällen wird frei ins Mikro gesprochen.

Im Rahmen der Senderführung gab es ein nicht vorhersehbares Wiedersehen mit dem Techniker Günter Handschuh, der vor zehn Jahren dem Neuenrader Ernst Dirks bei der Einrichtung des kleinen EAZ-Studios beratend zur Seite gestanden hat.

Für die Neuenrader EAZ-Radiomacher hat sich der Besuch gelohnt, sie haben ihr Wissen um Radiomachen erweitert. Etwas mehr „Konzept“ werden sie künftig in ihr eigenes monatliches Radioprogramm mit aufnehmen und natürlich den engen Kontakt zu ihren Hörern hegen und pflegen. Neben Musikwünschen und Geburtstagsgrüßen werden sie kleine Lokalnews und Reime aus der unterhaltsamen Dichtkunst „on Air“ anbieten. Das Engagement der Neuenrader Radiomacher hat auch bei den Profis von Radio MK ein wohlwollendes Echo hervorgerufen. Besuchergruppen - ließ Hanno Grundmann wissen - sind keineswegs mehr bei dem Lokalsender die Regel, die Neuenrader seien da schon die Ausnahme.

Radio MK ist ein privater Lokalsender. Zu 75 Prozent gehört er der Ippen-Gruppe. Zum Personal zählen zehn Redakteure, zwei Volontäre, zwei Praktikanten, elf „feste“ freie Mitarbeiter. Der Radiosender hat einen Marktanteil von 37 Prozent.

Von Udo Schnücker

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