Engpass der hausärztlichen Versorgung droht

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Thomas Wette

Neuenrade - Mit der Hausärztlichen Versorgung in Neuenrade sieht es nicht berauschend aus. Schon vor drei Jahren waren sieben der neun registrierten Hausärzte über 60 Jahre alt.

Eine Tatsache, welche den Politikern in Neuenrade durchaus bewusst ist und Bürgermeister Antonius Wiesemann hält die Angelegenheit für höchst wichtig. Gespräche würden geführt, Handfestes gibt es noch nicht. Auch beim Stadtmarketing gibt es einen Arbeitskreis Gesundheit, den der Fachapotheker Dr. Sven Simons, leitet. Es ist aber offenbar die SPD Neuenrade, allen voran Thomas Wette, die sich hier offensiv mit dem Thema Gesundheit befasst. Jüngst griffen die Sozialdemokraten das Thema über die SPD-Zeitschrift NeuenradeKonkret auf. „Eine gute ärztliche Versorgung in Neuenrade. Wie lange geht das noch gut? Ein oder zwei Jahre?, titeln die Genossen darin.

Sie skizzieren noch einmal die Situation und fordern, dass die Neuenrader Kommunalpolitiker und die Verantwortlichen der Gesundheitsversorgung ein „tragfähiges Zukunftskonzept“ für die medizinische Versorgung erarbeiten müssten. Vor diesem Hintergrund hatten die Sozialdemokraten schon einmal in einem politischen Gremium beantragt, zu diesem Thema einen Unterausschuss des Sozialausschusses zu bilden – ohne Erfolg. Konsens bestand seinerzeit nur über die Bildung einer Diskussionsrunde, eines Runden Tisches zum Thema. Das bedauert man seitens der SPD, denn bei runden Tischen sei vieles einfach zu unverbindlich und vieles nicht geregelt, angefangen bei der Festlegung der Tagesordnung bis hin zu Protokollen und der Verbindlichkeit von Entscheidungen.

Derartiges sei aber im Rahmen eines Ausschusses geregelt. Und das möchte man seitens der SPD erreichen: „Konkrete Beschlüsse erarbeiten und umsetzen, die Neuenrade bei der Problematik der künftigen medizinischen Versorgung helfen“, heißt es in dem Text. Natürlich werde die SPD beim Runden Tisch mitarbeiten aber die Genossen behielten sich vor, mit eigenen Veranstaltungen zum Thema und zu Lösungansätzen beizutragen. Schon früher habe die SPD mitgeholfen formale Hürden bei der medizinischen Versorgung zu beseitigen, heißt es gegen Ende des Artikels. Thomas Wette jedenfalls skizzierte in einem Gespräch weitere Probleme: Nicht nur, dass es weniger Hausärzte geben werde – auch könne es passieren, dass nicht jeder Arzt (von Notfällen abgesehen) neue Patienten aufnehme.

Er verwies auf Fälle in Menden, die bekannt wurden. Hier hatte zum Beispiel ein Arzt ein Kapazitätsproblem, als eine andere Praxis dicht machte. So könnte es auch in Neuenrade passieren – und die Patienten hätten womöglich Last einen Hausarzt in der Nähe zu finden. Thomas Wette jedenfalls sieht akuten Handlungsbedarf. Da müsse man vielleicht nicht alltägliche Wege beschreiten, sagte er unlängst. Es sei zum Beispiel nun rechtlich möglich, dass eine oder mehrere Kommunen als Betreiber einer hausärztlichen Versorgung auftreten könnten. Da stelle die Kommune einen Hausarzt ein, um Versorgungslücken zu schließen.

Dass die Kommunen da jemand finden, hält Wette für wahrscheinlich. Da gebe es sicher Mediziner, die nicht als selbstständige Ärzte arbeiten wollten, sondern lieber auf Angestelltenbasis. Warum sollte eine derartige Lösung nicht gemeinsam mit anderen Kommunen machbar sein, sagte Wette.

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