Engpässe bei Plätzen für Ü3-Kindern in zentral gelegenen Kitas

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Symbolfoto Kita

Neuenrade - Nicht alle in Neuenrade bekommen einen Betreuungsplatz für ihr Kind in der Nähe. Vor allem für Kinder, die älter als drei Jahre alt sind wird es schwierig, zentral einen Platz zu bekommen. Dafür gibt es freie Plätze in Affeln und auch Küntrop. Zudem gibt es die Option Tagesmütter.

Neuenrade - Kinderbetreuung ist ein kompliziertes Geschäft. Das Angebot ist recht vielfältig und reicht von konfessionellen Kitas, Ganztagseinrichtungen mit Rahmenprogramm für Eltern wie Familienzentren bis hin zu Kitas mit besonderen Konzepten. Hinzu kommt die sogenannte Tagespflege.

Hier kümmern sich Private/Verwandte und natürlich Tagesmütter unter der Organisationshoheit der Awo. Doch das System funktioniert nicht reibungslos. Vor allem, wenn es um die Betreuung von Kindern geht, die älter als drei Jahre alt sind.

So gibt es im Neuenrader Kindergarten Sausebraus Überbelegungen. Und Anfragen von Eltern für die Unterbringung ihrer Sprösslinge mussten abgelehnt werden. Ein ähnliches Bild ergibt sich im evangelischen Familienzentrum Hummelnest oder in der katholischen Kindertageseinrichtung am Semberg: Ältere Kinder können nicht aufgenommen werden, für jüngere hingegen gibt es teilweise freie Plätze. So hat die Kita Unterm Regenbogen immer noch einen U3-Platz frei.

Zuständig für die Unterbringung der Kinder für Städte ohne eigenes Jugendamt ist der Märkische Kreis. Sprecher Hendrik Klein sagt: „Die Eltern haben für ihre Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz“. Das bedeute nicht, dass es sich dabei um die Kita um die Ecke handeln müsse. Da müsse man sich die Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet anschauen. Und da gebe es in Neuenrade eben in den Außenbezirken noch Möglichkeiten. Klein verwies auf freie Plätze in den Einrichtungen in Küntrop und in Affeln. In der Tat gab es gestern für Ü3-Kinder in Affeln noch fünf freie Plätze, in Küntrop gab es vorgestern noch sieben freie Plätze. Derzeit stehe man mit den betroffenen Eltern in Kontakt und sei dabei, für jene, die einen Platz benötigten, ein Angebot zu machen, sagte Klein. Eine nicht unwichtige Rolle kommt bei der Betreuung den Tagesmüttern zu.

Susann Kürschner, vom Awo Kindertagespflegebüro Märkischer Kreis, wusste dabei zu berichten, dass in Neuenrade die Kapazitäten aufgrund der Nachfrage begrenzt seien. Zahlen konnte sie urlaubsbedingt nicht liefern, konnte aber eines sagen: „Die Plätze in Neuenrade sind immer gut belegt“. Da gebe es wohl Bedarf und eine neue Tagesmutter habe man dort vor Ort. Zudem wusste sie zu berichten, dass es „in allen Städten“ ein Problem mit den über drei Jahre alten Kindern gebe. Immer mehr Mütter würden eben auch berufstätig. Zudem sei es grundsätzlich schwierig neue Tagesmütter zu finden. Schließlich müssten die Räumlichkeiten vorhanden sein, Interessenten hätten teilweise ein Problem damit, ihre Familie zu öffnen, ein Stück Privatheit aufzugeben, auch die Selbstständigkeit sei für manche ein Problem – wenn es mal keine Kinder gebe, dann gebe es auch kein Geld.

Wie auch immer. Susann Kürschner betonte die Flexibilität: „Wir versuchen immer Lösungsmöglichkeiten zu finden.“ Vor diesem Hintergrund sagte sie, dass man viele Fälle eben nicht voraussehen könne. Konstellationen könnten sich ändern: Sei es beispielsweise eine Trennung oder ein Wechsel der Arbeitsstätte. Hinzu komme, dass Kitas eben nur im August Kinder aufnehmen würden. „Bei uns geht das eben auch zwischendurch.“

Von Peter von der Beck

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