Mehr als einen Schritt voraus

Elisental investiert massiv in neue Produkte

+
Derartige Schrauben haben es in sich: Sie werden aus Elisentalschen-Aluminiumdrähten mit spezieller Legierung gefertigt – am Ende werden sie In Karosserie oder Motoren verbaut und sorgen für Gewichtsersparnis und sparen beispielsweise Sprit.

Neuenrade - Es ist Standortsicherung reinsten Wassers. Drei umfangreiche, zukunftsweisende Projekte haben die Verantwortlichen der Drahtwerke Elisental in den vergangenen Jahren erarbeitet, die auch vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert werden.

Zum Teil wurden die Projekte in Zusammenarbeit mit Kunden und auch Universitäten entwickelt. Das war dem Bundeswirtschaftsministerium eine kräftige Förderung wert: Mit 35 Prozent wurden die für diese Projekte anfallenden Lohnkosten bezuschusst, erläuterte gestern Mitgeschäftsführer Daniel Wingen. 

Bürokratische Aufwand recht gering

Dabei erfolgt die Förderung natürlich nicht auf Zuruf. Ausführliche Projektbeschreibungen sind Pflicht – da umfasst ein Antrag schon mal 40 bis 50 Seiten. Erfreulicherweise sei dabei der bürokratischen Aufwand recht gering, sagt Wingen. Da habe es in der Vergangenheit weit komplizierte Verfahren gegeben. 

Er habe aktuell gute Erfahrungen gemacht: So gebe es bei den bewilligenden Stellen wohl keine Bürokraten. So hat der Geschäftsführer Lob für ZIM, das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“ übrig. 

Daniel Wingen denkt an die Zukunft des Betriebes.

Es handelt sich dabei um eine Miniteriumsabteilung: Das ZIM ist „ein bundesweites, technologie- und branchenoffenes Förderprogramm für mittelständische Unternehmen und mit diesen zusammenarbeitende wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen“, heißt es auf der Internetseite. 

Ziel sei eben die Förderung des Mittelstandes, die Förderung innovativer Projekte, um den Standort der Mittelständler in Deutschland zu stärken. So könne man im internationalen Wettbewerb auch in einem Land mit hohen Lohnkosten einen Vorsprung halten. 

Und in einem mittelständischen Betrieb wie Elisental sei Forschung und Entwicklung überlebenswichtig, lässt Daniel Wingen durchblicken. Seniorchef Wingen sagte dazu: „nicht nur an morgen denken, sondern an übermorgen und überübermorgen“. 

Experten werden projektbezogen herangezogen

Eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung gibt es bei den Drahtwerken nicht; so würden die Experten aus der Qualitätsabteilung und Anwendung dann eben projektbezogen herangezogen und dafür arbeiten. Die geförderten Projekte bei Elisental befassen sich am langen Ende mit nachhaltigen Produkten, die Fahrzeuge, Triebwerke und Motoren dank innovativer Aluminiumlegierungen, die aus neuen Elisentalschen Drahtlegierungen gefertigt werden, leichter werden lassen. Und am Ende zum Beispiel Treibstoff sparen. 

So gibt es ein gefördertes Projekt, bei dem Aluminium-Schrauben aus speziellem Elisental-Draht gefertigt werden, die auch bei hohen Temperaturen ihre Festigkeit behalten. Am Ende arbeiten die Motoren effizienter und Sprit wird gespart. Das Projekt wurde gemeinsam mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und einem großen Kunden verwirklicht. 

Ein weiteres Projekt befasste sich mit sogenannten Spritzdrähten, die von Korrosionsschutz-Firmen bei Biogasanlagen oder im Schiffbau eingesetzt werden. Diese Drähte aus einer speziellen Legierung sorgen eben für einen nachhaltigeren Korrosionsschutz in diesen Anlagen. Auch die Brandenburgische Technische Universität Lausitz sitzt hier mit im Boot. 

Projekt mit der TU Dresden und einem Kunden

Und schließlich wäre noch das Projekt Velfa zu erwähnen, das Elisental mit der TU Dresden und einem Kunden gemeinsam entwickelt. Dabei werden ebenfalls bestimmte Aluminiumdrahtlegierungen entwickelt, aus denen wiederum sogenannte selbstfurchenden Schrauben (hier ist es nicht nötig, Gewinde zu schneiden) zur Befestigung von Faserverbundwerkstoffen (Kohlefaser) hergestellt werden. 

Das Einschrauben funktioniert flott, der Werkstoff ist deutlich leichter als Stahl und am langen Ende wird weniger Sprit verbraucht. Bleibt noch eine Förderung on Top, die ebenfalls über ZIM gelaufen ist: Da wurde im Prinzip das Marketing für ein abgeschlossenes Projekt mit 50 Prozent gefördert. Kein Zweifel jedenfalls: Bei den Drahtwerken Elisental bleibt man am Ball.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare