Eine intensive Beziehung

Berufskolleg und Hönnequellschule arbeiten zusammen

Mathias Lohmann und Astrid Tillmann-Wagner unterzeichnen den Vertrag. Mit dabei Jörg Leiß, didaktischer Leiter (re.) und Marcus Kretschmer (Berufliches Gymnasium). - Foto: von der Beck

Neuenrade - Mit einer zusätzlichen Vereinbarung vertiefen die Verantwortlichen der Hönnequellschule und des Berufskollegs für Technik in Lüdenscheid ihre Zusammenarbeit. Der Kooperationsvertrag ist schon längst geschlossen worden, mit dem Ergänzungsvertrag wird sie nun im Detail festgeschrieben und mit Leben gefüllt.

Gestern unterzeichneten die beiden Schulleiter – Astrid Wagner-Tillmann für die Hönnequellschule und Matthias Lohmann für das Berufskolleg – diese Ergänzung, welche sich am Lehrplan orientiert und die didaktische Umsetzung der Zusammenarbeit beschreibt.

Es ist dabei eine intensive Verbindung zwischen den beiden Schulen: Schon früh kümmern sich die Experten darum, den Schülern der Gemeinschaftsschule Hilfestellung bei der Berufswahl-Orientierung zu geben. Möglichst früh sollen sie herausfinden, wie sie später ihren Lebensunterhalt verdienen können, wo Interessen und Neigungen liegen. Bereits in den sechsten Klassen geht es los. Hier gibt es (wir berichteten) die Aktion Schule in Schule mit dem „Projekt Flaschenöffner“, bei dem die Gemeinschaftsschüler ein griffiges und vorzeigbares Produkt mit Hilfe von Berufskollegschülern herstellen können.

In Klasse 7 können die Schüler dann das Berufskolleg für Technik am Lüdenscheider Raithelplatz besuchen und das Handwerk „in der Praxis kennenlernen.“ Die Schüler können sich dann auch einen Eindruck über diesen gewaltigen Schulbetrieb mit insgesamt 4000 Schülern und 200 Lehrern verschaffen.

Vertieft wird das dann in der Klasse 8 mit der Vorstellung des Berufskollegs durch das lernen in Stationen. In Klasse 8 und 9 bietet das Kolleg dann noch die Möglichkeit eines Schnuppertages. Klare Sache, dass an der Hönnequellschule auch noch jede Menge Informationsmaterial bereit liegt, an Elternabenden und Info-Veranstaltungen über die Möglichkeiten der Schule berichtet wird. Zudem wird sogar angeboten, an einer „projektorientierten Berufsfelderkundung am Berufskolleg“ teilzunehmen. Soll heißen, dass Schüler am Berufskolleg praktisch typische Arbeiten einer bestimmten Berufsgruppe erstellen.

Mathias Lohmann und Lehrer Marcus Kretschmer haben dabei durchaus Sendungsbewusstsein, werben intensiv für diese Form der technisch-mathematischen Ausrichtung der Schulbildung. Lohmann, der ausdrücklich betonte, dass man sich sehr über diese Kooperation freue, sagte auch, dass das Berufskolleg auch Dienstleister sei für die Wirtschaft. 1500 Schüler der dualen Berufsausbildung würden dort unterrichtet. Plus jene 2500 Schüler, welche die anderen Möglichkeiten der Schule nutzen würden, eben bis hin zum Beruflichen Gymnasium, bei dem letztlich aber auch die allgemeine Hochschulreife erworben wird. Diese Schüler hätten dann natürlich Top-Voraussetzungen für das Studium an den Hochschulen, hätten sicher Vorteile in den ersten Semestern. Lohmann betonte: „Derjenige, der zu uns kommt, der weiß, was er will und er weiß, dass Leistungskurse dieser Richtung auch zustande kommen.“ Zudem werden die Eltern in besonderer Weise eingebunden. Sie müssen beim Schulwechsel unterschreiben, sich daher intensiv mit der Materie auseinandersetzen und aktiv in Erscheinung treten.

Wagner-Tillmann und Leiß lobten das Engagement des Lüdenscheider Kooperationspartners, konnten aus der Schul-Praxis von Schülern berichten, die ihre Vorliebe fürs Praktisch-Technische entdeckten und auch von jenen, für die klar war, dass das nicht der Weg sei, den sie beschreiten wollten. Unter dem Strich sei das Bemühen des Berufskolleg eine wertvolle Orientierungshilfe. Mit einer Beeinflussung habe das nicht zu tun. Berufskollegleiter Lohmann sagte dazu. Man werde es niemals schaffen, einen sprachlich orientieren Schüler zum Technik-Berufskolleg zu bringen. Das wolle man ja auch gar nicht.

Was die Kooperation mit dem Burggymnasium anbelangt, da ist es nicht so intensiv. So gehe es im Vorfeld eines möglichen Schulwechsel vordringlich um den Abgleich zur Einhaltung der gymnasialen Standards, erläuterten Wagner-Tillmann und der didaktische Leiter, Jörg Leiß.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare