Obduktionsergebnis deckt sich mit Notwehr-Theorie

Einbrecher erschossen: Polizei ermittelt in verschiedene Richtungen

Neuenrade - Neues in Sachen Tötungsdelikt Affeln: Am Mittwoch wurde der Leichnam des 18-jährigen Albaners im Beisein der zuständigen Staatsanwältin Beatrize Föhring obduziert. Das Ergebnis der Obduktion decke sich mit der vom Schützen geschilderten Notwehrsituation unter anderem hinsichtlich der Schussdistanz und des Einschusses, sagte gestern der zuständige Pressedezernent, Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli. Die Ermittlungen, auch zur weiteren Aufklärung des Wohnungseinbruchs, dauern weiter an.

Von Peter von der Beck
Was das am Tatort gefundene Messer anbelangt, wollte Oberstaatsanwalt Pauli nichts sagen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun weiter wegen Totschlags. „Wenn jemand mit einem Revolver auf jemanden schießt und abdrückt, dann muss er damit rechnen, dass derjenige dann auch getötet wird,“ erläuterte Pauli dazu. 

In Sachen Einbrecher gibt es zudem Mutmaßungen der Polizeibeamten, die aufgrund ihrer kriminalistischen Erfahrung davon ausgehen, dass der erschossene 18-Jährige Albaner nicht allein auf Tour war. 

Die Frage, warum der Schütze einen Revolver zu Hause habe, kam ebenfalls auf. Dass ein Jäger eine Kurzwaffe besitze, sei dabei nichts Ungewöhnliches, war von der Staatsanwältin Föhring zu hören. Sie benötigten derartige Waffen, um verletztes Wild aus der Nähe töten zu können. 

Ob nun die Waffenbesitzkarte des Affelner Schützen eingezogen wird, das ergebe sich bei den folgenden juristischen Verfahren, sagte Polizeisprecher Dietmar Boronowski – da werde entschieden, ob der Mann charakterlich geeignet sei, eine Waffe zu führen. 

Spezialisten ermitteln

Geht es um ein Tötungdelikt, sind die heimischen Polizeibeamten im Prinzip raus. Der Fall wird an die Spezialisten der Kriminalpolizei in Hagen weitergegeben. Dort steht den ermittelnden Staatsanwälten ein gewaltiger Tross an Spezialisten zur Verfügung. Das sogenannte Ressort Kapitaldelikte und politisch motivierte Straftaten besteht aus 450 Polizeibeamten hinzu kommen noch einmal rund 50 Verwaltungsbeamte und Angestellte. Geschieht ein Tötungsdelikt, dann rückt zuerst der Notdienst aus. 

Dabei ist dann zunächst auch die sogenannte Kriminalwache MK, welche dann den Tatort absichert. Grundsätzlich kommt dann die sogenannte Mordkommission zum Zuge. Die besteht in der Regel aus vier Leuten – das sind die Ermittler. 

Hinzu kommen dann noch die Kriminaltechniker (jene in den weißen Overalls). Dann geht es darum, Fotos zu machen, Fingerabdrücke aufzunehmen, Blutspuren zu sichern und dergleichen mehr. Die Ermittler sichern, sammeln und sortieren alle Beweise. Sie kümmern sich um die Spuren oder um die Vernehmung von involvierten Personen. 

Die Kriminaltechniker in Hagen können viele Untersuchungen selbst vornehmen, sie seien da recht gut ausgestattet, einige Untersuchungen werden aber außerhalb gemacht. „Die Spurenträger werden dann ans Landeskriminalamt geschickt,“ erläuterte gestern Polizeisprecher Tino Schäfer. Unter dem Strich werde so der Staatsanwaltschaft zugearbeitet.

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