Deutsch – für Anfänger

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Bernd Buntenbach übt mit den Asylbewerbern das Zählen. Bei den meisten klappt das schon sehr gut. In der Gruppe sprechen sie die Zahlen laut aus – so lernen viele am besten.

Neuenrade - Für viele Asylbewerber ist die deutsche Sprache noch immer ein Hindernis. Einige der rund 40 Ehrenamtler, die die Flüchtlinge derzeit unterstützen, geben Deutschunterricht. Zwei Mal pro Woche sind sie in der Stadtbücherei, um den Ausländern ihre neue Heimat so ein Stück näher zu bringen.

„Eins, zwei, drei, ...“ – viele der Asylbewerber, die in dem Raum der VHS Lennetal sitzen, können bereits ein wenig Deutsch. Bis zehn zählen klappt bei einigen schon ganz gut. Viele, die gerade erst nach Deutschland gekommen sind, können kaum mehr als „Hallo“ und ihren Namen sagen. Wer weder mit Deutsch noch mit Englisch vorankommt, erhält Hilfe von anderen Asylbewerbern. Jene mit mehr Sprachkenntnissen spielen Übersetzer, zum Beispiel ins Arabische. So unterstützt man sich gegenseitig.

Bernd Buntenbach, Udo Schnücker, Anne Benninghaus und Renate Buntenbach sind am Donnerstagvormittag in der Stadtbücherei. Benninghaus sitzt mit drei jungen Frauen an einem Tisch. Sie wollen lernen, wie man nach dem Weg fragt. Etwa 14 der insgesamt 20 Asylbewerber, die an dem Tag in der Bücherei sind, haben schon einige Vorkenntnisse.

Fleißig schreiben die Lernwilligen alles mit, was ihnen ihre „Lehrer“ sagen.

Sie interessieren sich vor allem für die Mülltrennung. Sie wüssten nicht, welcher Müll in welchen Eimer gehöre – und welche Farbe was bedeute, sagte eine von ihnen in gebrochenem Englisch. In dem Zuge lernen sie direkt die Farben. Auf einem selbstgemalten Arbeitsblatt wird genau erklärt, welcher Müll in welche Tonne gehört. „Und Glas müsst ihr extra entsorgen“, sagt Bernd Buntenbach.

Mithilfe von eingeschweißten Bildern lernen die Asylbewerber etwa Wortfelder und ums Thema Hauseinrichtung. Auch alle Begriffe rund um die Jahreszeiten oder die Tierwelt werden dort erklärt.

Für die meisten Asylbewerber gebe es kein Zurück. Deutschland sei ihre neue Heimat. „Es geht nur vorwärts“, fasst es Bernd Buntenbach zusammen. Und „Deutsch ist der Schlüssel“ dazu, ergänzt Sandra Horny. Die Ehrenamtler tragen ihren Teil dazu bei. Rund zwölf Deutschkurse, für Anfänger, Fortgeschrittene und mit Kinderbetreuung, bieten Sandra Horny und ihr Team aus Ehrenamtlern derzeit an.

Doch sie unterstützen die neuen Mitbürger nicht nur beim Deutschlernen. Auch Behördengänge und Arztbesuche mit den Flüchtlingen sowie der gegenseitige Austausch gehören zu ihren Aufgaben.

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