Eberhard Gienger fordert täglich eine Sportstunde

+
Eberhard Gienger.

Neuenrade - Polit-Prominenz, Vertreter vieler Neuenrader Vereine und Interessierte waren am Donnerstag in den Saal des Kaisergartens gekommen. Anlass war der Vortrag des Politikers und ehemaligen Weltklasse-Turners Eberhard Gienger.

 Dieser ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Neben dem Vorsitzenden der Neuenrader CDU, Torsten Schneider, und Bürgermeister Antonius Wiesemann waren auch die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser sowie der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak anwesend.

 Es war ein Veranstaltung im Rahmen des 70. Geburtstages, den die CDU Neuenrade in diesem Jahr feiert.

Gienger, ehemaliger Welt- und Europameister am Reck, referierte zum Thema Sport und Ehrenamt. Von Anfang an betonte er dabei den Stellenwert des Ehrenamtes in Deutschland. Selbiges stärke die Vereine, es sei der Kitt der Gesellschaft. Auch die Rolle des Sports würdigte Gienger und appellierte zugleich, in diesem Bereich mehr für Kinder zu tun. Viele seien übergewichtig, gar nicht mehr in der Lage rückwärts zu laufen oder über eine Schwedenbank zu balancieren. Aus diesem Grund müsse man ihnen den Sport nahe bringen. Deswegen plädiere er für eine tägliche Sportstunde und ein entsprechendes Angebot im Kindergarten.

 „Der Sport muss so selbstverständlich sein wie die Zähne zu putzen“, betonte Gienger. Auch ältere Menschen schloss er in seinen Appell ein. Natürlich könne man von ihnen keinen Doppelsalto mit Schraube mehr erwarten. „Von mir übrigens auch nicht“, bemerkte der ehemalige Spitzensportler lächelnd. Dennoch könne man Sport treiben, da jeder Muskel trainierbar sei.

 Darüber hinaus hob er die wichtige Rolle der Sportvereine im Rahmen der Integration hervor, die Inklusion von geflüchteten, straffälligen oder behinderten Menschen sei dort einfacher. Die wirtschaftliche Dimension des gesamten Ehrenamtes machte Gienger ebenfalls zum Thema, rechne man für die Arbeit der Freiwilligen den Mindestlohn, käme man auf 50 Milliarden Euro, was immerhin etwa ein Sechstel des Bundeshaushaltes sei.

 Um das Ehrenamt zu stärken bekämpfe man die Bürokratie und habe Haftungserleichterungen für Verantwortliche geschaffen. Außerdem sei die Übungsleiterpauschale angehoben worden. Zur weiteren Stärkung kündigte Gienger an, dass die CDU/CSU-Fraktion im kommenden Jahr ein Gesetz für das Ehrenamt plane. Deswegen bat er im Anschluss an seine Rede um eine anregende Diskussion. Themen waren hier etwa die Förderung des Transports zu Sportveranstaltungen oder die Haftung bei kopierrechtlichen Verstößen.

Dazu kamen auch allgemeine Themen wie die Dominanz des Fußballs im Vergleich zu anderen Sportarten. Auch die Entwicklung des Ehrenamts bis 2030 wurde auf eine Frage des Vorsitzenden Torsten Schneider hin thematisiert. Die Gesellschaft drifte auseinander, betonte Gienger. Zum einen sehe er persönlich die Ausbreitung von Neid und Missgunst, einige würden nur auf sich selbst schauen. Entgegenwirken könne man dem mit freiwilligem Engagement. „Das Ehrenamt kann uns zusammenbringen,“ betonte Gienger.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare