Drei Wochen Berufswelt testen

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„Interessant und sehr schön“. Dilek Atik (li.), hier mit ihrer Chefin Michaela Knuth und Kollegin Lina Nöckel, gefällt das Berufsbild der Kosmetikerin. J

Neuenrade - Heute sind die drei Wochen um. Knapp zwei Dutzend 16-Jährige (Klasse 10 A und 10 B) haben in der Zeit etwas über ihren eventuellen Wunschberuf erfahren. Sie wissen nun annähernd, was es heißt, arbeiten zu gehen. Statt nachmittags abzuhängen und zu chillen, mussten sie an der Maschine oder im Friseurgeschäft stehen.

Aber auch das meisterten die Jugendlichen. Am Ende machte es allen Schülern Spaß. Die jungen Leute der Gertrudenschule – es ist die letzte Schüler-Generation der Neuenrader Hauptschule – mussten sich selbst um die Praktikumsplätze kümmern. Das ist ein Teil der Übung für den Einstieg ins Berufsleben – auch für einen Praktikumsplatz muss man heutzutage eine ordentliche Bewerbung schreiben, ließ der Leiter der Gertrudenschule, Hans-Jürgen Stracke, durchblicken.

Nicht ganz so einfach war es, einen Praktikumsplatz zu ergattern. Zeitgleich suchten auch Schüler des Berufskollegs einen dreiwöchigen Platz. Doch auch die Bereitschaft bei den Unternehmen Praktikanten zu nehmen, sei nicht mehr so da, hieß es von den Klassenlehrerinnen Karen Güttler (10 A) und Susanne Schlomm (10 B). Gleichwohl würden die Betriebe, welche die Gertrudenschule auch bislang unterstützt habe, das auch dieses Mal wieder getan hätten.

 Ob Elisental oder Arens & Hilgert, Jacksties, Douglas, KiTas, Beauty Spa, Melissa oder Bauunternehmen Ossenberg. Fast alle Branchen sind abgedeckt. Die Klassenlehrerinnen waren regelmäßig unterwegs, schauten in den Praktikums-Betrieben zwischen Menden und Lüdenscheid nach ihren Schützlingen und sprachen mit den Direktbetreuern und holten sich von ihnen Feedback: „Sieht die Arbeit, packt mit an“ – derartige Statements gehörten dabei zu den typischen Beurteilungen. Auch ungeduldige Praktikanten gibt es, die am liebsten ihre Lehre in drei Wochen machen würden. Da gelte es zu vermitteln, erläuterte Güttler.

Ein großer Teil der Schüler hofft natürlich auf einen Ausbildungsplatz und dabei sind gute Zeugnisse aus den Praktika genauso wichtig wie die Schulzeugnisse, hieß es aus der Lehrerschaft. Das Interesse der Schüler an einer Lehrstelle ist geteilt. „Ein Viertel der Schüler möchte schnell eine Lehrstelle bekommen, andere gehen weiter zur Schule und wollen ihre Abschlüsse verbessern. Stracke: „Die Chancen sind da.“ Für Dilek Atik jedenfalls ist das Praktikum offenbar eine wichtige Orientierungshilfe in ihrer Berufswahl. Atik ist Jahrespraktikantin im Beauty Spa und arbeitet seit August einmal pro Woche – und nun eben drei Wochen am Stück – im Beauty Spa Knuth an der Zweiten Straße. Für sie ist klar, dass sie einmal Kosmetikerin werden will. Sie findet den Beruf „interessant und sehr schön“.

Dass allerdings Firmen nun händeringend Azubis suchen würden, konnten die Pädagogen aus ihrer Erfahrung heraus nicht bestätigen. Durchaus stellten sie fest, dass die Ansprüche in manchen Firmen einfach zu hoch angesetzt würden. - Peter von der Beck

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