Doppelkopf-Club trifft sich seit fast 33 Jahren

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Im Gasthof Zur Borke treffen sich die Doppelkopf-Spieler immer donnerstags Nachmittag. Zweieinhalb Stunden wird dann gespielt, und die Akteure legen großen Wert auf Pünktlichkeit.

Küntrop/Blintrop. Adolf Kauffel ist mit 81 Lenzen altersmäßig der Senior, der mit seinen Doppelkopf-Mitspieler am Tisch sitzt und wenn möglich „Kontra“ ruft. Ob das Kontra zum Erfolg führt, wird der Spielverlauf zeigen, wenn die Karten auf dem Tisch liegen und nach Spielende die Punkte gezählt werden.

In der Gaststätte Zur Borke tagt diese langjährige Spielgemeinschaft ohne Namen. Über einen Namen, der zu ihrem Hobby passt, haben sie eigentlich noch nie ernsthaft nachgedacht. Wahrscheinlich wollen sie den auch nicht haben.

Der Doppelkopfclub ohne Namen reicht ihnen, „weil wir alle Freude am Doppelkopf-Spiel haben“ lautet die knappe, aber präzise Antwort. Die Frage nach dem möglichen Clubnamen erübrigt sich auch, weil sie ohnehin zu den bekannten Gesichtern im Städtchen zählen. Auch nach fast 33 Jahren frönen sie ihrer Leidenschaft. 1983 wurde diese lockere, aber dennoch konstant zusammen kommende Doppelkopf-Gemeinschaft gegründet. In der einstigen Neuenrader Gaststätte Sommerfeld trafen sich unter anderem Theo Helleckes (†), Alois Wiesemann (†), Dieter Gerhardt (†), Hans Jankow (†) und Dieter Edelmann. Das Quintett trumpfte nach Herzenslust auf und machte dem Doppelkopfspiel, das vermutlich aus dem Schafskopfspiel entstanden ist, alle Ehre.

1987 wechselte die zwanglose Interessengemeinschaft zur Gaststätte Sasse auf der Kuschert, Rudi Bültmann (†) verstärkte damals die Truppe der Doppelkopfspieler. Auch der Blintroper Adolf Kauffel konnte sich einen lange gehegten Wunsch erfüllen und in den Reihen der Doppelkopf-Spieler Platz nehmen, als der Standort Sasse-Kuschert gewählt wurde. Bruno Pröpper („Purzel“) war als weiterer Neuzugang ebenso fleißig bei der Sache, wie Peter Zahn oder auch Adolf Müer (†).

Heute sind Adolf Kauffel und Dieter Edelmann die „Dienstältesten“. So wird stets nach Durchsicht des Archivs gefrotzelt, wenn gemeinsam geforscht wird, wer die eigene Clubgeschichte mit geprägt hat. Und augenzwinkernd wird hinzugefügt, dass „neben diesen beiden Oldies“ die Küntroper Hubert Griesenbruch und Hubert Pape jetzt auch mit dabei sind. Für den Vertretungsfall (Krankheit oder Urlaub) gibt es immer einen Mitspieler, der als Aushilfe mit am Tisch sitzt. Vier oder noch mehr Spieler könnten mitspielen.

Skat- oder Doppelkopftische samt Spielern zählten vor zwei, drei Jahrzehnten noch zum regelmäßigen Kundenstamm in Gaststätten, waren konstant anzutreffen. Das hat sich gewaltig geändert. Wer heute Doppelkopf- oder Skatspieler in ihrem Element sehen will, der muss schon genau wissen, wo diese handfesten und teilweise nie um derbe sauerländische Aussprüche verlegenen Akteure anzutreffen sind.

Seitdem die „Kuschert“ ihre Öffnungszeiten zurückgefahren hat, haben die Doppelkopf-Spieler ihr Domizil in der Gaststätte Zur Borke aufgeschlagen. Da geht es manchmal etwas lautstark zur Sache, neben der „Hochzeit“ (ein Spieler hat beide Kreuz-Damen) werden „Re“ und „Kontra“ unüberhörbar verkündet und nach dem Spiel wird analysiert, zum Beispiel „warum du Pik nicht weiter gespielt hast.“

Doppelkopf wird nach festen Regeln gespielt, der Deutsche Doppelkopfverband ist um einheitliche Regeln bemüht – und trotzdem gibt es gewisse Unterschiede, haben die Spieler festgestellt. Dann verweisen sie auf die nur einen Steinwurf weiter agierenden Affelner Doppelkopfspieler, „die zwar so spielen wie wir, aber eben mit kleinen Unterschieden, die nicht so toll sind... .“ Einig sind sich die Spieler, dass „um Bares, aber nur um zehn Cent gespielt wird, weil du dann im Laufe des Abends nicht viel gewinnen oder verlieren kannst.“

Jeweils donnerstags versuchen sie mal mit und mal ohne Erfolg von 17 bis 19.30 Uhr („Die Zeiten werden genau eingehalten“), als Gewinner vom Tisch aufzustehen. Und wenn gar nichts klappen will, dann erinnern sie sich gerne an ihre Ausflüge, die sie schon einmal ein Wochenende nach Holland oder in den Schwarzwald geführt haben. Tagsüber, so versichern sie dann treuherzig, „haben wir gut gelebt, aber abends waren wir immer sehr solide!“ Dann kündigt wieder einer ein Solo an und unmittelbar danach gibt es wieder die „Re-“ und die „Kontra-Partei“ – auch wenn noch nicht so richtig klar ist, wer mit wem spielt. Aber dafür werden ja am Ende die Spiels die Augen gezählt. Und mögliche Fehler analysiert.

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