Comedy, Musik und Tanz für 350 Senioren

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Bert Hobert brachte als Hilti, der „ältesten Schwester einer berühmten deutschen Schauspielerin“, das Publikum zum Lachen.

Neuenrade - Tolle Stimmung herrschte am Sonntagnachmittag im Kaisersaal. Über 350 Senioren waren zum Seniorenfest gekommen, zu dem die Stadt und der Verkehrsverein eingeladen hatten. Veit-Henning Krönke führte erneut als Moderator durch das Programm.

Mit seinem Satz „Um Senior in Neuenrade zu sein braucht man nichts zu tun – man muss nur alt werden“ traf er unter dem Gelächter und Beifall des Publikums den berühmten Nagel auf den Kopf. Mit seinen Begrüßungsworten hatte Bürgermeister Antonius Wiesemann das Seniorenfest als „ein wunderbares und tolles Fest“ bezeichnet. Die Veranstaltung sei auch der Beweis, dass „Neuenrade lebt und bei uns im Städtchen viel los ist.“ Wiesemann dankte auch den ehrenamtlichen Helfern vom Bürgerbusverein und des DRK, die sich uneigennützig in den Dienst der Sache stellten.

Ebenso galt sein Dank seiner Vorzimmerdame Winke Slembrouck, die erstmalig mit der Organisation betraut war und darüber hinaus einen musikalischen Teil im Programm selbst gestaltete. „Wer hat schon solch eine Vorzimmerdame?“ lobte Neuenrades Nummer Eins die Organisatorin. Für Veit-Henning Krönke war es das dritte Mal, dass er im leicht deckengestützten Saal des Kaisergarten als Moderator des Seniorenfests agierte. Der Neuenader hat die Gabe, mit lockeren und lustigen Beiträgen den Nerv des Publikums zu treffen. Um die Heiterkeit der Senioren musste er daher nicht wirklich kämpfen. Mit seiner Feststellung, dass er als Senior auch unten im Saal hätte sitzen können („Ich bin ja auch schon 69“), aber lieber auf der Bühne stehe, weil er von dort alles besser sehen könne, wurde mit Beifall und Lachsalven belohnt. Krönke erinnert mit seinen Worten, Gesten und eigenen Versen und Reimen auch ein wenig an den guten alten Wilhelm Busch – er orientiert sich an den Menschen, an ihre Stärken und Schwächen.

Organisatorin Winke Slembrouck hatte nicht nur ihre Planungen sicher im Griff, sie stellte ihr musikalisches Talent auch als Violinistin unter Beweis. Gemeinsam mit Anna Goeke (Klavier) intonierte sie das bekannte Musikstück „Liebesleid“ von Fritz Kreisler . Kreisler steht in der Musik für Charakterstücke für Violine und Klavier. Seine Werke sind teilweise auch vom Wiener Stil geprägt. Das Duo Slembrouck und Goeke intonierte das Kreisler-Werk mit viel Gefühl, das Zusammenspiel ließ die Nuancen des Musikstücks gut hören. Winke Slembrouck entlockte den Saiten ihrer Violine technisch perfekt die Töne, am Konzertflügel überzeugte Anna Goeke mit zutreffender Untermalung, der Anschlag passte zum Zusammenspiel.

Zu den Höhepunkten im Programm zählte der Auftritt von Bert Hobert. Der Comedian schlüpft in verschiedene Rollen, bekannt ist er als Figur Hobi (Polizeimeister aus Lüdenscheid mit „Null-Sternen“) und als Hilti, mit der er als „älteste Schwester einer einst berühmten deutschen Schauspielerin“ (gemeint war Inge Meysel, die Mutter der Nation) auftritt. Bert Hobert nimmt bei seinen Auftritten das Publikum mit ins Programm, er sucht die Nähe, den fast hautengen Kontakt, seine Beiträge sind sauerländlich geprägt, teilweise deftig und derb, aber nie verletzend. Hobi oder auch Hilti sind unterm Strich der Garant auf kräftige Lacher. Was er als Comedian aufspießt, reicht von gesammelten Knöllchen über die späte Schwangerschaft bis zur Lyrik auf dem Grabstein. Als Hilti schaffte er es, den Neuenrader Gerd Schulte auf die Bühne zu locken und ihn in Bluse, Rock und Hut sowie der „Atemlos“-Nummer unter viel Gelächter zu betören.

Viel Beifall gab es für die Kindertanzgruppe der Tanzschule Diembeck aus Altena. Unter fach- und sachkundiger Leitung von Sandra Werkmeister wurde es auf der Bühne nicht nur sehr lebhaft, die kleinen Akteure vermittelten mit ihrem Auftritt den Spaß, den sie gemeinsam mit ihren tänzerische Aktionen wohl haben. Zum Abschluss der Veranstaltung spielte der Musikverein Neuenrade auf und rundete somit den Abend ab.

Übrigens: Das Seniorenfest endete mit einem Versprechen: Im nächsten Jahr wird Winke Slembrouck erneut mit der Violine auftreten – und dann wird Veit-Hennig Krönke mit seinem Akkordeon dabei sein.

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