Circus Classic Ideal präsentiert 90-minütige Live-Show

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Jodana Kiorasky und Melano Lacey posieren hier mit Zirkuspferd Paitan.

Affeln - Der Zirkus ist im Dorf: Das große Rund-Zelt steht schon und wird von Tierställen, schweren Sattelaufliegern und Wohnwagen umrahmt.

Es wirkt durchaus idyllisch: Männer füttern die Tiere und misten aus, ein Zirkus-Hund macht es sich im Heu gemütlich, Kleinkinder spielen auf der Wiese und die Vorbereitungen für die Wochenendvorstellungen laufen. Circus Classic Ideal nennt sich das Familienunternehmen mit drei Familien, die insgesamt 18 Familienmitglieder haben.

Mit zum Zirkus gehören noch Kamele, etliche Pferde und Lamas. Auch jede Menge Ausrüstung gehört zum Tross. Am Freitag und Samstag, jeweils um 16 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr gibt die Truppe Vorstellungen. Das Familienoberhaupt, Francois Weiss, verspricht jeweils eine 90-minütige Show mit einem abwechslungsreichen Programm. Programm: Das bedeutet Fakir-Show, Pferdedressur, Clownerie, Artistik am russischen Ring, Bodenakrobatik oder Kinn-Balance mit Gewichten bis 45 Kilogramm. Zum Einsatz kommt auch eine Motorradnummer im Stile des Film Ghost-Rider einschließlich Demaskierung, Feuershow und Wildwest. Der Boss verspricht zudem noch eine amüsante Vorstellung mit einem sehr eigenwilligen Zirkuspferd. Und: Eine Live-Kapelle macht Musik. Nicht ohne Stolz sagt Francois Weiss: „Wir können uns durchaus mit einem Groß-Zirkus messen.“

Zudem verweist Weiss darauf, dass im Dorf nur das kleine Zelt zum Einsatz kommt. Circus Classic Ideal könne noch größer auftreten. Doch, die Tatsache dass man nur mit – relativ – kleinem Gepäck reist, hat schon seinen Grund. Es läuft nicht so rund in der Zirkus-Branche. Das Jahr war nicht berauschend, so hört man von Francois Weiss und andere bestätigen das. Die Konkurrenz in der Unterhaltungs-Industrie ist groß. Und so hält Oberhaupt Weiss den Kostenapparat klein. Und er hofft auf gute Resonanz in einem Dorf, wo man nicht nur das Schützenfest sondern auch sicher Live-Unterhaltung zu schätzen weiß. Von daher verspricht sich das Zirkus-Oberhaupt mehr Resonanz als in der Stadt.

Es wird einer der letzten Auftritte für dieses Jahr, denn die Saison geht auch zu Ende – die Zeit im Winterquartier naht.

Kleinere Zirkusunternehmen haben es nicht leicht. Es gibt aber durchaus Strategien einzelner Betriebe, um von ihrer Kunst zu leben. So haben sich Zirkusunternehmen auf Schulungen für Grundschüler spezialisiert, wie es eindrucksvoll in diesem Jahr an der Burgschule gezeigt wurde. Die europäische Zirkusbranche wird zudem als Kulturgut Europas betrachtet. Es gibt sogar eine Resolution des Europäischen Parlamentes aus 2005: Demnach sieht es das Parlament als wünschenswert an, dass die Zirkusse Bestandteil der europäischen Kultur betrachtet werden und unter dem Strich schützenswert seien. Die EU-Kommission solle entsprechende Maßnahmen ergreifen, um das sicherzustellen.

 Sogar einen Zirkus-Verband gibt es: Die European Circus Association (ECA) wurde gegründet, um Europas Zirkusse zu vereinen, um zur Förderung und Erhaltung Zirkus Kunst und Kultur als Teil des kulturellen Erbes Europas fördern. Es gibt auch Kritik – insbesondere Zirkus-Unternehmen die große Wildtiere in ihrem Programm einsetzen, sind in die Schusslinie geraten. - Von Peter von der Beck

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