Die Chance ergreifen und ein „Weltwärts-Jahr“ machen

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Theresa Loch mit einem kleinen Schützling bei der Weihnachtsfeier.

Neuenrade/Mbombela - Theresa Loch ist eine engagierte junge Frau aus Neuenrade, machte sich im Spätsommer gen Afrika auf, um im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes Gutes zu tun. Regelmäßig berichtet sie aus Südafrika.

 „Nochmal weg? Und dann auch noch nach Afrika? Ist das dein Ernst? Das sind die Fragen die ich vor einem Jahr in der Bewerbungsphase zu genüge gehört habe; aber nun bin ich schon vier Monate hier, Weihnachten ist vorbei, die erste Reise steht an und mit jedem Tag den ich hier verbringe werde ich in meiner Entscheidung für einen langfristigen Freiwilligendienst in Südafrika bestätigt.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf das Welthaus Bielefeld aufmerksam machen, welches die Bewerbungsphase nochmals eröffnet hat und Bewerbungen noch bis zum 7. Februar 2016 angenommen werden. Weitere Informationen unter: http://www.welthaus.de/weltwaerts.

Und deshalb einmal kurz und knapp zu den Gründen warum jeder mit einem Funken Interesse die Chance ergreifen sollte, ein weltwärts-Jahr zu machen: Natürlich kann ich nur von Südafrika sprechen und dem was mir von anderen Freiwilligen berichtet wurde, aber auch wenn es nirgendwo einfach ist, ist es auf allen Fall jede Erfahrung wert.

Die Kulturen sind ohne wenn und aber sehr unterschiedlich und die Werte dementsprechend auch. Vorurteile werden bestätigt und verworfen; in Fettnäpfchen getreten und positiv überrascht. Man kann und darf die Armut und Einfachheit nicht einfach romantisieren, doch darf man gleichzeitig die Schönheit des Landes und Freude der Menschen nicht vergessen. Heimweh gehört selbstverständlich auch immer dazu, schließlich ist man tausende Kilometer von der Familie und Heimat entfernt, doch lassen neue Eindrücke oft keine Zeit zu lange darüber nachzudenken.

Die schlimmsten Heimwehphasen habe ich nun auch schon überstanden, Weihnachten mit vier anderen Freiwilligen in Mpumalanga wurde bravurös gemeistert, inklusive selbstgemachtem Christstollen, Weihnachtsbaum aus der unbeliebten Plantage, einem etwas anderen Krippenspiel, Weihnachtsfeiern im Township und Schwimmen gehen anstatt Schlittenfahrten. Auch wenn dieses Jahr nicht nur Weihnachten, sondern die gesamte Weihnachtszeit anders war, war es doch sehr freudig. Zwar gab es keine traditionelle Bescherung unter dem Weihnachtsbaum, dafür ging es aber am 26. Dezember via Bus in den Urlaub nach Maputo, Mosambik und am 28. Dezember fuhren wir weiterere acht Stunden Bus durch das wunderschöne Mosambik bis nach Tofo. Die erste Etappe haben wir zu viert bewältigt und in Tofo schließlich neun andere weltwärts Freiwillige getroffen. Bis auf die typischen Verspätungen und in den Hintergrund gelangten Absprachen lief alles wie geplant.

Mit Spontanität, Offenheit und Flexibilität lassen sich hier die meisten Situationen zum Bestem wenden. Auch wenn in Mosambik die Sprache ein größere Hürde ist als in Südafrika schaffte ich es irgendwie zu kommunizieren, die richtige Chappa (lokaler Bus) zu nehmen und nicht allzu viel auf dem Markt zu zahlen. Die Weihnachtszeit und die Tage bis Silvester wurden somit auf Märkten, an Ständen, im Meer und in Hängematten verbracht. Und auch (...) an meinem Geburtstag, bin ich ziemlich glücklich, ihn dieses Jahr in Mosambik am Strand mit wunderbaren Freiwilligen und Mosambikanern und Mosambikanerinnen verbringen zu dürfen. Zu Beginn des Jahres, ab dem 4. bis zum 14. Januar, geht es dann noch an der Ostküste Südafrikas entlang, inklusive fünf Tage Wanderung von Coffee Bay nach Port St Johns. So schön der Urlaub auch sein wird, freue ich mich gleichzeitig schon auf ein neues Projekt, welches ein Jugendnetzwerk zur Entwicklung von Umweltbewusstsein aufbaut und das erste Treffen bereits am 15. Januar hat.

INFO: Mit weltwärts, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), verbringt die 19-jährige Theresa Loch insgesamt zwölf Monate in Mbombela – der Hauptstadt der südafrikanischen Provinz Mpumalanga. Neben der Fortführung der zwei Projekte „Heal“ und „GeaSphere“, die schon ihre beiden Vorgänger betreut haben, stehen auch einfacheren Büroaufgaben und Fahrdienst auf dem Programm. Zudem kann Theresa Loch mit den ortsansässigen Rangern arbeiten. Zu ihren Aufgaben gehört auch, die Bewohner Mbombelas – vor allem die Schüler – über Mülltrennung aufzuklären.

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