Buch über kurkölnische Zeiten

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Buchautor Rudolf Tillmann.

Küntrop - Einen ganz besonderen Ort hatte sich Kreisheimatpfleger Rolf Klostermann für die Präsentation des Buches „Der kurkölnische Haupthof Blintrop-Niedernhöfen“ durch den Autor Rudolf Tillmann ausgesucht.

In der Motte in Küntrop stellte Tillmann, ehemaliger Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammern Essen, Siegen und Düsseldorf, sein Werk vor, das von der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek Köln herausgegeben wurde. Der aus Menden stammende Autor ging zunächst auf die Geschichte der Burg Gevern ein und stellte damit eine Verbindung zum Veranstaltungsort, der Motte, her.

Diese liegt nur einige hundert Meter von dem ursprünglichen Standort der Burg entfernt und verweist auf die Geschichte der Befestigungsanlage der Grafen von Arnsberg. Als besonders faszinierend beschrieb Tillmann die vielen Konflikte im Gebiet um Burg Gevern. Die Burg habe auf der Grenze zwischen den Grafschaften Mark und Arnsberg gelegen. Da diese Grenze nie eindeutig bestimmt werden konnte, habe es Überschneidungen zwischen beiden Herrschaftsgebieten gegeben.

Der Ursprung eines sogenannten Höfeverbandes hat laut Tillmann in Burg Gevern gelegen. Dabei handele es sich um einen Haupthof, dem verschiedene Höfe unterstanden und an den sie Abgaben zahlen mussten. Ein solcher Haupthof (curtis) sei Blintrop-Niedernhöfen gewesen, der die Burg Gevern lange vor ihrer Zerstörung 1355 als curtis abgelöst habe. Der Blintroper Hof sei dem St. Severin-Stift Köln unterstellt gewesen. Somit habe man die Angelegenheiten des Höfeverbandes von Köln aus managen müssen, betonte der Autor. Auch vor Ort habe es Schwierigkeiten gegeben, da die Höfe zum Teil zerstreut und somit in anderen Herrschaftsbereichen gelegen hätten. Tillmann ging nicht nur auf die Geschichte der Burg Gevern und des Blintroper Hofes ein. Vielmehr stellte er auch seine eigene Geschichte, wie es zu dem Buch und der Beschäftigung mit den Höfen gekommen sei, dar. Der Autor, dessen Vater vom Hof in Blintrop-Niedernhöfen stammte, habe auf dem elterlichen Hof einige Urkunden gefunden, in die er sich eingearbeitet habe. So sei ein erstes Buch über Niedernhöfen entstanden. Dies habe jedoch eher den Charakter einer Familienchronik gehabt.

Schließlich habe sich Tillmann, auf Anregung des Historikers Horst A. Wessel, wissenschaftlich mit der Geschichte befasst. Ein Rückschlag sei dabei der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009 gewesen. Danach sei das Projekt durch das Fehlen wichtiger Dokumente in Gefahr gewesen. Geholfen habe Dieter Stievermann, Verfasser der Neuenrader Stadtchronik, der Tillmann riet, im Kreisarchiv Altena zu suchen.

Dort fand der Autor in einer sogenannten Grenzakte Abschriften von alten Urkunden, in denen wichtige Sachverhalte in Bezug auf die Entstehung des Höfeverbandes dargelegt waren. Ohne diesen Tipp wäre das Projekt gescheitert, betonte Tillmann abschließend.

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