Brieftaubenzüchtern fehlen neue Mitglieder

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Preisträger Helmut Laars, Vorsitzender Uwe Pauls und ebenfalls Preisträger Adam Kuhn (v.l.).

Neuenrade - Die Brieftaubenzüchter der "Heimatliebe Neuenrade" verzeichnen geringe Mitgliederzahlen, ohne Zuwachs. Ein Grund dafür könnte der zeitliche und finanzielle Auwand des Hobbys sein.

Der Nachwuchs fehlt, die Greifvögel fressen die Tauben und die Kosten steigen. Die Stimmung bei den Mitgliedern der Brieftaubenzüchter „Heimatliebe Neuenrade“ ist nicht gerade gut. Vor allem die Überalterung der Mitglieder bereite Sorgen und so schließt der Vorsitzende Uwe Pauls nicht aus, dass am Samstag vielleicht die letzte Preisverleihung in der Vereinsgeschichte stattfand. „Wir sind noch acht Aktive. 1992 waren es noch 26“, berichtete Pauls. Der Nachwuchs fehle einfach. Das Hobby sei sehr kosten- und zeitintensiv.

„Das sind halt Tiere, die brauchen regelmäßig Futter, die Schläge müssen gereinigt werden und sie müssen für die Flüge trainiert werden“, so Pauls. Derzeit haben die Mitglieder des Vereins noch circa 300 bis 400 Tiere. Doch auch diese Zahl sinkt. Da es immer mehr Greifvögel gibt, kehren viele Tauben von ihren Ausflügen nicht zurück. „Das ist nicht nur Schade ums Tier, sondern auch finanziell ein echter Verlust. Viele Kollegen stocken ihre Bestände daher nicht mehr auf“, erklärte der Vorsitzende. 

Dabei sei es so ein tolles Hobby. Wenn sie von den Preisflügen berichten, geraten die Mitglieder ins Schwärmen. „Waren Sie schon einmal dabei, wenn bis zu 20 000 Tauben gleichzeitig in die Luft gehen? Ein spektakuläres Bild“, berichtete Pauls. Denn die Tauben aus Neuenrade gehen nicht alleine auf die Reise. In einem Kabinenexpress gelangen sie gemeinsam mit anderen Tauben der Reisevereinigung Plettenberg zum Abflugort.

„Man kann eine Taube nicht einfach irgendwo auslassen. Das sind alles zertifizierte Orte. Mittels GPS ist die Distanz zum Heimatschlag genauestens Vermessen“, sagte der Vorsitzende. Die Saison startet im April. Zuvor gibt es bereits einige kleine Trainingsflüge. Nach und nach steigert sich die Distanz der Preisflüge von 200 Kilometer auf 600. „Die weiteste Distanz ist von Wels in Österreich nach Neuenrade. Das sind gut 600 Kilometer. Je nach Wetter und Windbedingungen fliegen die Tauben die Distanz mit durchschnittlich 80 Stundenkilometern ohne Pause“, so Pauls.

Die Besitzer der erfolgreichsten Tauben wurden am Samstagabend in der Gaststätte Sasse-Kuschert ausgezeichnet. Folgende Preise und Urkunden wurden verliehen: Vereinsmeister: 1. Adam Kuhn, 2. Helmut Laars, 3. Friedhelm Pajung; Bester Vogel: 1. Rüdiger Kaemper, 2. und 3. Helmut Laars; Bestes Weibchen: 1. bis 3. Helmut Laars; Jährigen Meisterschaft: 1. Adam Kuhn, 2. Rüdiger Kaemper, 3. Schlaggemeinschaft Marc Maas/Heribert Frank; Beste jährige Taube: 1. und 2. Adam Kuhn, 3. Rüdiger Kaemper; Weibchenmeister: 1. Helmut Laars, 2. Rüdiger Kaemper; Herbstmeister: 1. Adam Kuhn, 2. Friedhelm Pajung, 3. Schlaggemeinschaft Marc Maas/Heribert Frank; Beste Jungtaube: 1. bis 5. Adam Kuhn.

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