Der Blick in die Glaskugel

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In kleinen Gruppen unterhielten sich die Ehrenamtler in der Stadtbücherei.

Neuenrade - Bürgermeister Antonius Wiesemann hat die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer der Neuenrader Flüchtlingshilfe als „extrem gut“ bezeichnet.

Vor rund 50 Ehrenamtlern sagte er beim Informationsaustausch in der Stadtbücherei und Zelius, dass „es nur so gut bei uns läuft, weil sie so engagiert mitarbeiten und nach wie vor ein großes Engagement zeigen“. Ohne diese Hilfe würde die Verwaltung vor einem Problem stehen und die vielen Aufgaben wären nur mit mehr Personal zu bewältigen, was zu Lasten der Stadt mit weiteren Kosten verbunden wäre. Ausdrücklich betonte der Bürgermeister, dass er auf diese ehrenamtliche Leistung mehrfach im Gespräch mit Kommunalpolitikern hingewiesen habe.

Die avisierte Finanzhilfe des Landes habe bis dato nicht dem entsprochen, was erwartet worden sei. Statt der erhofften 2,4 Mio. € werden jetzt 1,65 Mio. € im Haushalt veranschlagt. Bereits im Vorfeld hatte Stadtkämmerer Schumacher den Rat auf das sich abzeichnende Defizit hingewiesen. Die Stadt prüft jetzt, inwieweit gemeinsam mit anderen Städten möglicherweise auf dem Rechtsweg das Land NRW zur Finanzhilfe herangezogen werden kann. Der Bürgermeister verglich dies mit „einem Blick in die Glaskugel“, übte aber Kritik, dass „die großen Städte nach wie vor bevorzugt werden.“

Aktuell sind im Neuenrader Stadtgebiet 247 Flüchtlinge untergebracht, ob weitere Zugänge im anstehenden Juli zu erwarten sind, bleibe mit einem Fragezeichen versehen, berichtete der Bürgermeister. Entscheidend über mögliche Zugänge bleibe die Quote für aufzunehmende Flüchtlinge, die zu 90 Prozent erfüllt sein müsse. In der Vergangenheit habe Neuenrade die Quote sogar mit 106 Prozent erfüllt, nach den letzten Zuweisungen liege die Quote bei 92 beziehungsweise 93 Prozent. Sofern weitere Zuweisungen erfolgen, gäbe es im Stadtgebiet in der Frage der Unterbringungsmöglichkeiten „einen kleinen Puffer.“

Vier Flüchtlinge wurden nach der Prüfung des Asylverfahrens wieder in ihr Heimatland zurückgeschickt. Die Rückführung erfolge in die so genannten sicheren Drittländer. Sowohl der Bürgermeister als auch Zelius-Chefin Sandra Horny betonten, dass die Unterbringung der Flüchtlingskinder in den Schulen und in Kindergärten problematisch sei. Die Schulen seien inzwischen bei der Aufnahme der Flüchtlingskinder an ihrem Leistungslimit angekommen, ebenso zeichne sich im Neuenrader Stadtgebiet ein Limit bei der Aufnahme in Kindergärten ab.

Der Kreis habe in seiner Eigenschaft als Aufsichtsbehörde darauf hingewiesen, dass eine Überbelegung der KiTa’s in Neuenrade nicht stattfinden dürfe, wenn auf den zur Stadt zählenden Dörfern (zum Beispiel Affeln) freie Kindergartenplätze genutzt werden können. Organisatorisch sind bereits Flüchtlingskinder im Affelner Kindergarten untergebracht, die täglich mit einem Zelius-Fahrdienst hingefahren und auch zurück geholt werden. Ziel bleibe es, den Fahrdienst zu entlasten. Nach den offiziellen Infos hatte Bürgermeister Wiesemann zum Imbiss geladen, um im lockeren Miteinander das Gespräch mit den Ehrenamtlern zu suchen.

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