Björn Sip zum Vorsitzenden der Schützen gewählt

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Bei der Jahreshauptversammlung der Neuenrader Schützengesellschaft wurde der Vorstand gewählt. Björn Sip (vorn 3. von links) hat den Posten des Vorsitzenden übernommen.

Neuenrade - In der Neuenrader Schützengesellschaft ist ein neues Zeitalter angebrochen. Das wurde am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung deutlich. Dabei versuchen die Grünröcke ihre Traditionen und althergebrachten Werte zu bewahren und den Verein gleichzeitig so auszurichten, dass er fit ist für das nächste Jahrzehnt.

Fundamente der Gesellschaft bilden zum einen eine neue Vorstandsspitze und zum anderen ein auf drei Tage komprimiertes Schützenfestkonzept (wir berichteten). Dass es den Traditionalisten schwer fallen würde, den Schützenfestmontag mit der Proklamation des neuen Regenten sowie dem zweiten Festumzug aufzugeben, war den Entscheidungsträgern klar. Deshalb schnürte der generationenübergreifende Arbeitsausschuss mit Domenic Troilo, Dirk Weber und Walter Tönnesmann mit dem nötigen Feingefühl ein Fest-Paket, das alle erdenklichen Faktoren berücksichtigte und nach einer offenen Diskussionsrunde letztlich auf breite Zustimmung traf. Weil es eigentlich keine Alternative gibt. Denn Zeltwirte zu finden, werde immer schwerer – für ein viertägiges Fest ein fast unmögliches Unterfangen, hieß es.

Apropos Zeltwirt: Der Wirt des diesjährigen Festes, das im Übrigen ganz hervorragend gelaufen ist, wirft einen Schatten auf die Bilanz der Schützen. Die wirtschafteten im zurückliegenden Geschäftsjahr sehr solide und hätten eine Spitzenbilanz mit schwarzen Zahlen präsentieren können. Stattdessen tauchen offene Posten von fast 20 000 Euro auf. Festwirt Frank Schäfer, der mit vertrauenserweckenden Referenzen den Vertrag unterzeichnet hatte, ließ nicht nur den Abrechnungstermin platzen. Er verweigerte auch die Annahme der per Einschreiben zugesandten Rechnung und Mahnung. Jetzt ist die Gesellschaft gezwungen, die 19 560 Euro, die aus dem Vertrag mit Umsatzbeteiligung resultieren, auf dem Rechtsweg einzutreiben.

Björn Sip waren die Enttäuschung und der Ärger über das Verhalten des Wirtes ins Gesicht geschrieben, was ihn aber nicht davon abhielt, endlich das Ruder des Vereins im Rahmen einer ordentlichen Versammlung zu übernehmen. Nach den vorzeitigen Amtsabgaben von Klemens Brockhagen und Ralf Magiera war Sip in seiner langen Karriere schon zwei Mal übergangsweise als erster Vorsitzender und Oberst eingesprungen. Am Freitagabend stimmten die Neuenrader Schützen geschlossen für Bjrön Sip als neues Vereinsoberhaupt.

Eine Wahl mit Folgen, denn dadurch wurde automatisch der Posten des Vize frei. Siegfried Putz, bisher Kompaniechef der Oberstadt, steht Sip nun mit Rat und Tat als zweiter Vorsitzender zur Seite. In das Amt des Oberstadt-Chefs rückte der bisherige Spieß Stefan Janikowski auf. Neuer Spieß wurde Tim Grendel.

Weil der langjährige Geschäftsführer Frank Seidel seinen Verantwortungsbereich gerne in jüngere Hände abgeben wollte, schlug der Vorstand Thorsten Lepke als Nachfolger vor. Lepke, bisher Seidels Stellvertreter, bekam das Vertrauen ausgesprochen und wird mit dem neugewählten zweiten Geschäftsführer Domenic Troilo diesen anspruchsvollen Vorstandsbereich abdecken.

Damit war der Wahlmarathon aber noch nicht abgeschlossen. Eckhard Ross ließ am Freitag eine Ära ausklingen. Seit den 70er Jahren liegt das Amt des Platzmajors in den Händen der Familie. Aus Altersgründen gab er nun den Posten ab. Dirk Weber trat in seine Fußstapfen. Wiedergewählt wurden zudem Stephan Zanger als Zweiter Kassierer, Domenic Troilo als Presseoffizier und Holger Schlotmann als Spieß der Unterstadt.

Umfangreiches Zahlenmaterial präsentierte der Vorstand seinen Mitgliedern außerdem. Aktuell, erklärte der Kassierer Peter Petzold, weise der Jahresabschluss ein erträgliches Minus auf, wäre der Zeltwirt seinen Verpflichtungen nachgekommen, läge die Gesellschaft deutlich im Plus. Detailliert teilte der Vorstand mit, wie sich Einnahmen und Ausgaben zusammensetzten. Dabei wurde nochmals deutlich, wie wichtig die Einnahmen aus dem Schützenfest für den Verein sind – nach den Mitgliedsbeiträgen der größte Posten. Hinsichtlich der Mitgliederzahlen setzt sich der Trend fort. In der Summe verlor die Gesellschaft 55 Mitglieder auf aktuell 2090, ein Minus von 2,6 Prozent.

Einen wichtigen Termin sollten sich die Mitglieder der Neuenrader Schützengesellschaft bereits jetzt vormerken: Im Frühjahr 2016 wird eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Dort soll das Schützenfestkonzept, dem aktuell noch der letzte Feinschliff fehlt, dann nochmals ausführlich vorgestellt und diskutiert werden. 

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