Björn Sip spendet dem Stadtmuseum Kleinod aus der Kaiserzeit

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Die Schere stammt aus Familienbesitz.

Neuenrade - Björn Sip stiftet dem Neuenrader Stadtmuseum eine Schere, die anlässlich der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares Kaiser Wilhelm II und Auguste Victoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg hergestellt wurde.

Es ist ein besonderes Kleinod diese Schere. Hochwertig und präzise verarbeitet ist das Stück, besteht aus einer besonderen Metalllegierung und liegt sehr gut in der Hand. Verziert ist sie auch – mit dem Konterfei von Kaiser Wilhelm II, König von Preußen und von seiner Ehefrau Auguste Victoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. „1906 wurde diese Schere aus Anlass der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares hergestellt“, erläutert Stadtarchivar und Historiker Dr. Rolf Dieter Kohl. Die Silberhochzeit wurde demnach deutschlandweit gefeiert. So habe das Kaiserpaar auch Sondermedaillen prägen lassen, die als Geschenk an deutsche Ehepaare verschickt wurden, die ebenfalls silberne Hochzeit hatten.

„Sehr selten“, sagt Dr. Rolf Dieter Kohl, der sich mit diesem Thema befasst hat. Die Schere nun stammt aus der Produktion von Herfeld & Co (später als Vaterland bekannt). Das Unternehmen war recht umtriebig. Dort wurden Musikinstrumente hergestellt, später erlangte das Unternehmen Berühmtheit als Fahrradhersteller. Vaterland-Räder haben auch heute noch einen guten Ruf....

Die Sache mit der Schere könnte auch auf den Geschäftssinn der Fabrikanten zurückzuführen sein. In der Tat. So schreibt ein Ingo Steinhaus in seinem Blog „Denkschriften“ über eine ähnliche Schere: „Daneben gibt es Unmengen an bildlichen Darstellungen auf allerlei Alltagsgegenständen, für die das Kaiserhaus gegen Gebühr offizielle Lizenzen an Hersteller vergab – heute hieße das Merchandising“. Vielleicht wollte man eben bei Herfeld & Co. auch mit der Silberhochzeit Geld verdienen. Zumal der Kaiser vor dem Ersten Weltkrieg höchst beliebt war.

„Dass der Kaisergarten Kaisergarten heißt, hat durchaus seinen Grund“, sagt Stadtarchivar Rolf Dieter Kohl. Die Schere jedenfalls wurde im Haushalt des Großvaters von Björn Sip genutzt. Und der Besitzer der Schere, Björn Sip, stiftet diese Schere nun dem Neuenrader Stadtmuseum. Rolf Dieter Kohl freut sich. Die Schere erhält in der Abteilung Industriegeschichte des Stadtmuseums ein besonderes Plätzchen in der Herfeld-Vitrine.

Von Peter von der Beck

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