Bienenschwarm in der Neuenrader Altstadt

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Hans-Georg Bernard vom Imkerverein Werdohl-Neuenrade im Einsatz.

Neuenrade - Als jüngst ein Bienenschwarm in der Altstadt auftauchte, machte sich kurzzeitig Panik breit an der Dritten Straße: Ein nicht enden wollendes Summen erfüllte die Luft und der Blick gen Himmel ließ Passanten, darunter viele Kinder, sicher glauben, sie seien gerade Bestandteil einer Horrorfilm-Szene.

Denn: Tausende Bienen fielen in die Straße in der Alstadt ein und versammelten sich um ihre Königin.

Innerhalb weniger Minuten gab es eine stetig wachsende, brummende Traube. Als Stützpunkt der ansonsten fleißigen Tierchen diente ein Lindenbaum, passenderweise direkt vor dem fast namensgleichen Lokal. Anwohner griffen zum Telefon und informierten Hans-Georg Bernard vom Imkerverein Werdohl-Neuenrade. Der Fachmann für die stacheligen Insekten war schnell zu Stelle, und konnte die immer zahlreicher werdende Zahl interessierter Zuschauer beruhigen. Gerade in dieser Jahreszeit komme es immer wieder vor, dass in einem Bienenvolk eine zweite Königin geboren werde.

Diese, so Bernard, vertreibe dann die bisherige Hoheit aus dem Stock und so schwärme die Königin samt Hofstaat aus, immer auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Der im Umgang mit entfleuchten Bienenvölkern geübte Fachmann benetzte die unruhigen Insekten zunächst mit Wasser aus einer verlängerten Zerstäuberdüse. Danach ging es dann mit Leiter und einem Auffangsack aus Stoff an die Arbeit. In drei Schritten wurde das lebendige Gebilde zunächst in eine Transportbox verfrachtet.

Insgesamt dauerte der Einsatz des Imkers drei Stunden, in denen es aber wohl keinem der Anwesenden langweilig wurde, denn Hans-Georg Bernard verstand es vortrefflich auf alle gestellten Fragen eine kompetente Antwort zu geben. Wenn auch ein schwärmendes Bienenvolk zu dieser Jahreszeit aus bis zu 60 000 Arbeiterinnen besteht, so bestand jedoch am vergangenen Freitag in der Neuenrader Altstadt nie eine wirkliche Gefahr. Aber spannend und lehrreich sei es dann doch gewesen, so das Fazit besonders der jungen Zuschauer.

- Karsten Sprawe

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