Berühmte Oper wird zu einem beeindruckenden Puppenspiel

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Als VIP-Gäste durften die Sternsinger die Aufführung der „Zauberflöte“ verfolgen. Nach der Vorstellung gab es eine exklusive Begegnung mit den Bühnen-Akteuren. Zu Beginn des Abends hatte Josef Brockhagen das stattliche Ergebnis der Sammlung verkündet: 12 933,51 Euro.

Neuenrade -  Viel Beifall gab es am Freitagabend im Kaisergarten für eine wahrhaft zauberhafte „Zauberflöte“: Zu Gast war das Velvets-Theater aus Wiesbaden, das aus Wolfgang Amadeus Mozarts berühmter Oper ein beeindruckendes Puppenspiel machte.

Papageno, der heimliche Held der „Zauberflöte“, macht alles falsch: Als Sarastro, der Herrscher des Lichts, Selbstbeherrschung und Disziplin, Enthaltsamkeit statt Lust, Verzicht statt Appetit und vor allem Schweigen statt Schwatzen verlangt, scheitert der Vogelfänger grandios. Und doch bekommt er zur Freude des Publikums alles, was er möchte: Speis und Trank und vor allem seine Papagena, weil Sarastro auch für den Nichteingeweihten ein glückliches Ende bereithält.

Hinter dem volksnahen Helden der Oper bleibt der Königssohn Tamino irgendwie zurück, obwohl er sich durch seine Disziplin den Zugang zu den höheren Weihen des Menschseins verschafft. Aber wer erreicht schon derart hehre Ziele? Isis gegen Osiris, Einheit gegen Vielfalt, Königin der Nacht gegen den Herrscher des Lichts, elementare menschliche Bedürfnisse gegen geistige Vervollkommnung: Mozart schuf aus dem Libretto von Emanuel Schikaneder ein unsterbliches Meisterwerk.

Kein Opernsänger muss sich in den Inszenierungen des Velvets-Theater kunstvoll die Seele aus dem Leib singen: Während die Musik von der Technik geliefert wird, bevölkern maskierte Schauspieler und Puppen die kunstvoll gestaffelte Bühne und können sich ganz auf das Spiel konzentrieren. Der Grundton der Bühne ist schwarz, was weiteren Akteuren ermöglicht, unsichtbar im Dunkeln zu agieren. Sichtbar werden dann nur die von ihnen bewegten Gegenstände und Symbole: die schwebende Zauberflöte, Sonnen- und Blumensymbole. Sternkreiszeichen drehen sich wie magisch im Kreis, und auch Kleider lassen sich durch Lichteffekte eindrucksvoll vergrößern – wie etwa das nachtblau leuchtende Kleid der Königin der Nacht. Als der an allen ihm gestellten Aufgaben ziemlich gescheiterte Papageno halbherzig nach der erlösenden Schlinge strebte, kam ihm der Strick entgegen – unsichtbar bewegt von einem Akteur in Schwarz.

Die Geschichte des schwarzen Theaters Wiesbaden führt zurück in die Zeit des Prager Frühlings. Als 1968, kurz nach der Gründung des Theaters, die Truppen des Warschauer Paktes in Prag einmarschierten, verließen sieben Akteure ihr Land und ließen sich nach einigen Tourneen 1970 in Wiesbaden nieder. Seit 1996 hat das Schwarze Theater dort eine eigene Spielstätte.

Im Kaisergarten trafen sich die Masken- und Puppenspieler nach der Aufführung mit den Neuenrader Sternsingern, die zum Dank für ihr Engagement die zauberhafte „Zauberflöte“ als VIP-Gäste erleben durften.

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