Ausweitung des Naturschutzgebietes tangiert Windkraftplanungen nicht

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Die Ausweisung des Windkraftareals auf dem Kohlberg wird durchaus kritisch gesehen.

Neuenrade/Altena - Mit dem Verfahren zur Ausweisung des Windkraftareals hat die Neuenrader Verwaltung alle Hände voll zu tun. Derzeit werden die eingegangenen Anregungen und Bedenken gesichtet, die von schriftlichen Stellungnahmen besorgter Bürger zum Thema Infraschall und Lärm bis hin zur Stellungnahme der Stadt Altena reicht, welche die Ausweisung der Fläche auf dem Kohlberg ablehnt.

Und außerdem gibt es am 15. September noch einen Termin. Dann tagt nämlich der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde in Lüdenscheid. Dort sitzen Vertreter des Fischereiverbandes, des Jagdverbandes, aber auch von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald oder vom Bund (Bund für Umwelt und Naturschutz). An dem Nachmittag befasst sich der Beirat mit den Windenergieplanungen auf dem Kohlberg. Und da werden die Neuenrader Planer, allen voran Bauamtsleiter Marcus Henninger, vor Ort sein und die Planungen erläutern. Die Frist für den Beirat, zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen, wurde verlängert. Eine Diskussion soll in der Sitzung wohl erfolgen.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Altenaer und Neuenrader betrifft die Erweiterung des Naturschutzgebietes „Auf dem Giebel“. Von einem bereits dort ausgewiesenen Mini-Naturschutzgebiet soll es nach dem Wunsch der Bezirksregierung auf 50,3 Hektar ausgeweitet werden Es liegt zwischen Nackte Kuhle und Rüterschlad. Auf der Neuenrader Seite ist es vom Isenbach begrenzt. Der größte Teil befindet sich dabei auf Altenaer Gebiet. Ein geschätztes Drittel gehört zum Neuenrader Stadtwald. Mit den aktuellen Neuenrader Plänen zur Ausweisung des Windkraftareals kollidiert das laut Bauamtsleiter Marcus Henninger nicht. Denn die Erweiterung des Naturschutzgebietes sei in die Windenergiearealplanungen bereits mit eingearbeitet worden.

Grund der Naturschutzgebietserweiterung sind laut Vorlage der Schutz oder die Herstellung von Buchenwäldern, Eichenmischwäldern, bachbegleitenden Erlen-Eschenwäldern, diversen Biotopen (magerwiesen- und Weiden, Feucht und Nasswiesen, sowie Wacholderheiden. Und der Schutz von Tier- und Planzenarten innerhalb naturnaher Quellbereiche und Bachabschnitten soll durch das neue Gebiet gewährleistet werden. Damit verbunden sind eine ganze Reihe von Verboten: Nur auf den Wegen darf man sich dann bewegen, keine Pflanzen entnehmen oder beschädigen, die Gewässer in Ruhe lassen. Auch die wildlebenden Tiere sind zu schützen, dürfen nicht gestört werden, Hunde müssen selbstverständlich angeleint werden. Die Jagd, aber auch die land- und forstwirtschaftliche Nutzung ist eingeschränkt.

Man geht davon aus, dass der Beirat der Erweiterung zustimmen wird.

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