Arbeitskreis-Treffen „Behinderte sehen es anders“

Engstellen, Wildparker, Rampen

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Im Jugendzentrum kam der offene Arbeitskreis zusammen.

Neuenrade - Zum zehnten Male traf sich der Arbeitskreis „Behinderte sehen es anders“. die Teilnehmer kamen im Jugendzentrum Niederheide am Mittwochabend zusammen. Die 13 Anwesenden einigten sich darauf, dass dieser runde Geburtstag ein guter Anlass sei, den Arbeitskreis umzubenennen, denn Mütter und Väter mit Kinderwagen hätten auch ein Interesse an Barrierefreiheit. Zudem sei der Begriff Behinderte diskriminierend.

Eine Stunde lang diskutierten die Teilnehmer die Entwicklungen der Stadt und sammelten Beispiele, an denen ihre Stadt noch Probleme für manche Menschen bereite. Bürgermeister Anonius Wiesemann versicherte gleich zu Beginn: „Wir werden sicherlich dran bleiben, Parkplätze zu verbreitern im Innenstadtbereich.“ Schließlich würden moderne Autos immer breiter.

Der Leiter des Bau- und Ordnungsamtes Marcus Henninger unterstrich in diesem Zusammenhang aber: „Die Folge ist: Die Zahl der Stellplätze verringert sich.“ Zur Tatsache, dass oft Nicht-Berechtigte Behinderten-Parkplätze nutzten, kommentierte Hennninger schließlich mit den Worten: „Generell haben wir das Problem, dass die Menschen – nicht nur im Straßenverkehr – rücksichtsloser werden.“

Ulrich Kummetz, Mitglied im Werdohler Blindenverein, monierte, dass das Orientierungssignal an der Ampel am Mühlendorf zu leise, ja „fast unhörbar“, sei. Sozialdemokratin Ulrike Wolfinger vermutete diesbezüglich einen Zusammenhang mit einem Unfall, bei welchem ein Autofahrer vor diese Ampelanlage gefahren sei. Desweiteren bedauerte die Kommunalpolitikerin, dass die Straßenreiter genannten Werbeaufsteller an der Ersten Straße den Gehweg auf dem Bürgersteig oftmals versperrten. Die Einzelhändler würden Passanten so zum Ausweichen auf die Fahrbahn zwingen. Henninger betonte, dem Ordnungsamt sei dieses Problem bekannt. „Wir werden das weiterhin genau beobachten.“

Zudem sei die Bedeutung des Fahrrads in Neuenrade gewachsen, erläuterte der Amtsleiter. Auch Erwachsene würden aber auf den Gehwegen fahren. Diese müssten aber die Straßen nutzen für ihre Wege.

Am Rütherbruch, wurde schließlich von mehreren Arbeitskreis-Teilnehmern angemerkt, sorgten Engstellen, Wildparker und hohe Hecken, die die Straße uneinsehbar machten, für gefährliche Situationen. Schließlich sei die Straße sehr schmal. Auf Nachfrage erklärte Henninger, dass der ruhende Verkehr in Neuenrade derzeit vom pensionierten Werdohler Horst Scherk kontrolliert werde.

Wolfinger hob dann hervor, dass an der neuen Poststelle noch eine Rampe fehle, die Barrierefreiheit garantiere. Der Ordnungsamtsleiter führte aus, dass es eine DIN-Vorschrift gebe, die besage, dass derartige Rampen höchstens eine Neigung von sechs Prozent haben dürften - eine stärkeres Gefälle des Aufgangs sei zu gefährlich und von Bedürftigen nicht allein überwindbar. Ob die sechs Prozent an der Post einhaltbar seien, wisse er nicht. Andernfalls sei bei Unfällen an einer Rampe aber der Geschäftsbetreiber haftbar.

Henninger listete dann in Neuenrade geplante Baumaßnahmen auf, die noch in diesem Jahr in Angriff genommen und zu Verbesserungen in Bezug auf Barrierefreiheit führen würden. Zunächst einmal werde die Georg-Goebel-Straße ausgebaut, ebenso der Hüttenweg. Die Wiesen- und die Glatzerstraße erhielten eine Deckenerneuerung. Das Pflaster in der Altstadt werde saniert, ebenso jenes am Stadtgarten. Bis zu zehn neue Buswartehäuschen bekäme die Stadt, sobal der Bewilligungsbescheid vorliege. Schöntaler Weg und Bahnhofstraße würden künftig zu 30er-Zonen. Der Schwerlastverkehr solle dann über den Hüttenweg fahren.

Wolfinger wies dann darauf hin, dass an der Bürgerbushaltestelle am evangelischen Friedhof an der Wilkestraße eine Ruhebank fehle. Die Vorhandene sei von Unbekannten entwendet worden - und zwar kurz nach ihrer Aufstellung. Ein anderer Teilnehmer des Abends meinte: Auch am Huffelmannweg sei eine Sitzbank sinnvoll.

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