Statt-Museum: Stadt, Industrie und Verkehr

+
Klaus Peter Sasse, Dr. Rolf-Dieter Kohl und Heinz-Werner Turk (von links) zeigen die Figur von Graf Engelbert, vom Lüdenscheider Künstler K.T. Neumann gefertigt, die am Eingang des Museums die Besucher begrüßen soll.

Neuenrade - Wer sich für die Neuenrader Stadt-, Industrie- oder Verkehrsgeschichte interessiert, kann sich zum Teil schon jetzt im Statt-Museum an der Ersten Straße informieren. Dort sind Klaus Peter Sasse, Dr. Rolf-Dieter Kohl und Heinz-Werner Turk ehrenamtlich im Einsatz, um das Museum fertig zu stellen. Eröffnet werden soll es jedoch erst im Oktober.

Urkunden des Stadtgründers Graf Engelbert III, Vitrinen, in denen sich die Neuenrader Firmen präsentieren können, und Fahrpläne von 1906 – all dies gibt es im Statt-Museum Neuenrade. Von der Idee bis heute sind knapp drei Jahre vergangen. Der Versuch, Fördergelder für ein Museum zu erhalten, sei fehlgeschlagen. „Deshalb ist es nun ein Statt-Museum“, erklärt Ex-Bürgermeister Klaus Peter Sasse. Ob der Name beibehalten wird oder ob am Ende doch Stadt-Museum über der Eingangstür steht, weiß Sasse noch nicht.

Eine Besonderheit des Museums ist ein Arbeitsplatz, der in erster Linie für Schulkinder eingerichtet worden ist. Das Buch „Neuenrade“ von Dieter Stievermann haben die Verantwortlichen digitalisieren lassen. Per Stichwortsuche können Interessierte so einzelne Textpassagen oder Ereignisse abrufen, lesen und ausdrucken. Auch die Internetseiten der Firmen sollen dort präsent und für Interessierte leicht zugänglich sein. „So ist das Ganze zumindest ein wenig interaktiv“, sagt Sasse.

Auf 100 Quadratmetern, verteilt auf drei Räume, können Interessierte vieles über die Stadt-, Industrie- und Verkehrsgeschichte erfahren. Heinz-Werner Turk hat bereits sämtliche Aufzeichnungen und Relikte aus der Zeit der Postkutsche, zur Geschichte der Hönnetalbahn sowie zur Mark Sauerland (heute MVG) zusammengetragen. Das meiste wurde Turk von Privatpersonen zur Verfügung gestellt – „als Dauerleihgabe“. Auf alte Eisenbahnerlampen, ein Posthorn und auch ein altes Gerät zum Abstempeln von Fahrtkarten ist er besonders stolz. Der Raum zur Verkehrsgeschichte könne auch schon besichtigt werden.

Auch alte Fahrkarten sind im Statt-Museum zu finden.

Die Firmen seien derweil damit beschäftigt, ihre eigenen Boxen in den Glaskästen zu bestücken, so Klaus Peter Sasse. Große Neuenrader Firmen, die es auch heute noch gibt, wie etwa Schniewindt, Klinke oder Büsche, sind dann in dem Raum zur Industriegeschichte vertreten. Auch alte Musikinstrumente wollen Sasse, Kohl und Turk in einer Vitrine präsentieren. Zudem sollen ein Schützenrock sowie ein Feuerwehrhelm ausgestellt werden.

Dem Raum zur Neuenrader Stadtgeschichte hat sich Dr. Rolf-Dieter Kohl, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, angenommen. „Dort haben wir die Gründungsurkunde der Stadt vom 25. Juli 1355. Und auch das Siegel mit dem Reiterwappen“, erklärt Kohl stolz. Zudem gibt es noch weitere Urkunden, unterschrieben von Graf Engelbert III. „Ein alter Tonkrug von 1350 bekommt hier auch noch seinen Platz“, so Kohl abschließend.

Wer Interesse an einer Führung im Raum der Verkehrsgeschichte hat, kann sich bei Heinz-Werner Turk unter Tel. 0 23 92 / 6 44 64 melden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare