Anklage gegen 37-Jährige wegen Beleidigung

Symbolbild

Neuenrade - Nachdem jüngst über die wilde Wettfahrt zweier Autofahrer zwischen Neuenrade und Werdohl zu berichten war, zeigte sich nun im Amtsgericht Altena, dass auch die Strecke zwischen Affeln und Küntrop für solche Scharmützel geeignet ist.

Eine 37-jährige Autofahrerin sollte einen anderen Verkehrsteilnehmer auf der Oberhofstraße im Bereich der „Borke“ in einem Kurvenbereich zunächst überholt und nach einem knappen Einscheren ausgebremst haben. Strafrechtlich wäre das eine Nötigung.

Bei der Ankunft an der B229 kam es dann noch zu einem Wortgefecht zwischen der 37-Jährigen und dem Überholten, in dessen Verlauf sie ihr Gegenüber beleidigt haben sollte. Die Angeklagte wies die Vorwürfe zurück: Weil ihr Vordermann sich während der Fahrt ständig unterhalten und immer wieder abgebremst habe, habe sie ihn schließlich überholt, „weil ich ihm nicht ins Auto fahren wollte“.

Der Überholte habe darauf mit wiederholten „Scheibenwischern“ reagiert - eine bekannte Geste, dass man am Verstand des Gegenübers zweifelt. An der Einmündung in die B229 sei es dann tatsächlich zu einem Wortwechsel gekommen: „Ich habe ihm gesagt‚ ‚wenn er sich unterhalten will, dann soll er das beim Kaffeeklatsch machen.“ Angeblich sollte auch der Satz gefallen sein: „Ich überhole, wann und wo ich will.“

Von einer angeblichen Ergänzung dieser Aussage durch eine Aufforderung zu autosexuellem Verhalten an die Adresse ihres Gegenübers wollte die Angeklagte allerdings nichts mehr wissen.

Zeugin relativierte das Ausbremsen

Es gab allerdings eine Zeugin, die im Fonds des überholten Fahrzeugs gesessen hatte. Sie relativierte das angebliche „Ausbremsen“, das jedenfalls keine Vollbremsung zur Folge gehabt habe. Die Zeugin erinnerte sich aber noch recht genau an die bösen Worte an der Kreuzung, die sie allerdings geringfügig höflicher in Erinnerung hatte. Dennoch brauchte es eine ausdrückliche Ermunterung durch Richter Dirk Reckschmidt, bis sie solche Worte über ihre Lippen brachte.

„Wir sind da härter im Nehmen“, hatte der Richter versicherte. Wohl vor allem wegen der Beleidigung gab es eine Einstellung des Verfahrens gegen die 37-Jährige nur gegen Geldauflage: 250 Euro muss die Autorfahrerin an die Justizkasse für ihre Entgleisung zahlen. Dieser Lösung stimmte sie letztendlich zu.

Von Thomas Krumm

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