Anforderungen steigen, Qualifikationen sinken

Anforderungen steigen, Qualifikationen sinken

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Arbeitsvermittlerin Anja-Katrin Rammoser-Schriever, Geschäftsführerin Ruth Orthaus-Echterhage. Sous Chef Philip Frank und Serviceleiterin Darinka Thulfaut trafen sich im Cafè und Restaurant Karl, um den Fachkräftemangel zu diskutieren (von links).

Neuenrade - „Viele haben eine völlig falsche Vorstellung von der Arbeit im Service.“ Trotz umfangreicher Stellenausschreibungen ist es oft nicht einfach, passendes Personal oder Auszubildende zu finden. Besonders im Service, wie im Cafè und Restaurant Karl, gestaltet sich die Suche schwierig.

Zum Thema Fachkräftemangel trafen sich Ruth Orthaus-Echterhage, Geschäftsführerin der Echterhage Holding und des Cafès und Restaurants Karl, mit Anja-Katrin Rammoser-Schriever, Arbeitsvermittlerin von der Agentur für Arbeit, Sous Chef Philip Frank und Serviceleiterin Darinka Thulfaut im Cafè und Restaurant Karl. „Wir sind auf sehr vielen Plattformen und Jobbörsen präsent. Wir erreichen viele potentielle Bewerber über Facebook und inserieren zum Beispiel in der Jobbörse der Agentur für Arbeit oder XING. Zudem nehmen wir am Girls- und Boys-Day teil und sind für Interessierte immer per E-Mail zu erreichen“, berichtet Orthaus-Echterage von ihren Maßnahmen, Bewerber auf ihre Unternehmen aufmerksam zu machen.

„Gerade durch Kochshows wird den Menschen eine falsche Realität vorgespielt. Viele Bewerber haben dadurch völlig falsche Vorstellungen von der Arbeit in der Küche und fallen deswegen in der Lehre schnell auf die Nase. In meinem Ausbildungs-Jahrgang lag die Abbrecherquote im ersten Jahr bei 45 Prozent“, schildert Sous Chef Philip Frank die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Gerade für Köche sei der Anspruch in den letzten Jahren stetig gestiegen. So seien Mathematik-Kenntnisse und logisches Denken unabdingbar in einer modernen Küche.

Im Service müsse man über verschiedene Intoleranzen und Krankheiten wie Zöliakie Bescheid wissen und Vegetarier und Veganer auseinander halten und entsprechend beraten können. „Generell müssen Mitarbeiter im Service und in der Küche organisatorische Fähigkeiten haben und selbstständig arbeiten können“, fügt Orthaus-Echterhage hinzu.

Es würden aber auch durch falsche und althergebrachte Vorurteile über den Servicedienst viele von der Bewerbung abgehalten: „In gut organisierten Betrieben ist die Arbeitszeit kein großes Thema und durch abgesprochene Schichtarbeit arbeiten wir nicht länger als acht einhalb Stunden am Tag“, sagt Frank und fügt hinzu: „Schichten kann man auch immer flexibel tauschen.“

Man solle auch immer aktiv und ohne Scheu auf die potentiellen Arbeitgeber zu gehen. „Interessierte können ruhig selbst die Initiative ergreifen, das müssen nicht immer die Eltern tun. Wir sind immer ansprechbar “, rät Orthaus-Echterhage. Erfahrung und Leistungsbereitschaft seien immer wünschenswert und hilfreich.

„Es gibt auch gute Weiterbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel zum Sommelier, einem Weinkellner, oder zum Barista, der für die professionelle Zubereitung von Kaffee-Getränken zuständig ist“, sagt Serviceleiterin Thulfaut. Momentan sucht das Cafè und Restaurant Karl noch einen Auszubildenden zur Restaurantfachkraft und einen Mediengestalter.

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