Auf amüsante Art und Weise politisch unkorrektes Kabarett

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Bei den Geschichten Vollmers ging es teils auch etwas derber zu – entsprechend köstlich amüsierte sich das Publikum immer wieder im Laufe des Abends.

Neuenrade - Intimfrisur, Multifunktionsjacke und Pfandflaschenautomat – das Kabarett mit Peter Vollmer, der am Samstag mit seinem Programm „Frauen verblühen, Männer verduften“ in den Kaisergarten gekommen war, bot eine bunte Mischung an Themen.

Hauptperson des Abends war jedoch der Mann in der Midlife-Krise. Amüsant wusste der Kölner Vollmer das Publikum mit Geschichten aus dem Alltag zum Lachen zu bringen. Etwa bei seinem Bericht aus dem „Bionade-Ghetto“ Köln-Nippes, wo die „Diktatur des Vegetariats“ herrsche. „Bei uns gibt es jetzt nur noch Tofu-Aufstrich“, berichtete der Fleisch-Liebhaber Vollmer.

Ob Schatzsuche beim Kindergeburtstag, Nachbar Rudis zu enge Laufhosen oder das virtuelle Verduften am Computer, die Gäste quittierten den lockeren und erheiternden Vortrag des Kabarettisten mit herzlichen Lachern.

Abwechslung boten die Darbietungen auf der Gitarre. In humoristischen Liedern nahm Vollmer etwa das Fernsehprogramm aufs Korn.

Sogar der Kauf einer Multifunktionsjacke wurde beim Kölner zur Persiflage, ein Navajo-Indianer verkaufte ihm das Kleidungsstück – für das Outback in Mönchengladbach. Bei Kontakt mit Salzwasser verwandelt sich die Jacke in ein rotes Gummiboot, ausgestattet mit einem ABC-Alarm entpuppt sich der Pelzkragen als Lawinensuchhund.

Immer wieder bediente sich der Kabarettist dieses übertriebenen und karikierenden Erzählstils, um die kleinen Probleme des Alltags zu verdeutlichen. So wurde der Elternabend zur Farce und aus dem Theaterstück über den Räuber Hotzenplotz die bratwurstfreie sowie geschlechterparitätische Aufführung der Erdmännchen-Klasse. Die Hauptperson war nun ein Tofu-Bratlinge essender Räuber, der abwechselnd von Mädchen und Jungen gespielt wurde.

Dass Vollmer bei seinen Geschichten politisch unkorrekt blieb und immer wieder Stereotype verwendete, schien das Gros des Publikums nicht zu stören. Vielmehr erkannten die Gäste in einigen überzogenen Bildern wohl ein Fünkchen Wahrheit. Schließlich gab es zwei Mal Zugabe-Forderungen.

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