Altenaffelner Weihnachtsbäume sogar in Leer

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Gerade für Familien – darunter viele aus dem Ruhrgebiet – ist der Ausflug ins Sauerland zum Weihnachtsbaumkauf ein beliebtes vorweihnachtliches Erlebnis.

Altenaffeln - Hochsaison herrscht in diesen Tagen auf den Weihnachtsbaumhöfen im Sauerland. Jeder dritte Weihnachtsbaum stammt aus dem Land der 1000 Berge und in der Adventszeit reisen die Besucher hierher, um ihn selber im Wald zu fällen.

 So auch zu Matthias Müller nach Hespe. Rund 80 000 Weihnachtsbäume in spe stehen dicht an dicht auf seinen Parzellen. Bereits in den 1960er Jahren wurden aus der klassischen Forstwirtschaft einfache Rotfichten entnommen und diese als Weihnachtsbäume verkauft, erzählt Müller.

1970 sodann habe sein Vater Wilhelm die ersten Blaufichten angepflanzt und damit den Grundstein gelegt, Weihnachtsbäume in Reinkultur zu produzieren. Aufgrund der Flächengestaltung und Höhenlage des Hofes (420 m) wurden nach und nach die schlechten Ackerflächen ausgewählt, um die Fläche für die Weihnachtsbäume auszudehnen.

Seit 1990 werden zusätzlich Nordmanntannen angepflanzt (mittlerweile der Renner bei der Kundschaft), die aufgrund des rauhen Klimas im Sauerland besonders gut wachsen. Die Ernte ist jedenfalls eingefahren und die frisch geschlagenen Weihnachtsbäume warten auf dem wunderschön gelegenen Hof auf ihre Abholer. So weit das Auge reicht – überall nur Weihnachtsbäume.

Der Einschlag begann bereits um den 20. November. Mit der Motorsäge wurden die ausgesuchten Bäume vom Wurzelstamm getrennt und dann auch direkt in der Schonung noch eingenetzt, damit die wohl geformten, ausladenden Zweige bei dem Transport zum Hof keinen Schaden nehmen. Probleme bereitete der Abtransport auf den vom Dauerregen tiefen, verschlammten Waldwegen, so dass erst auf den letzten Drücker die Fuhren hinunter zum Hof getätigt werden konnten.

 Rund 8000 Bäumchen wurde der Garaus gemacht. 1000 davon liegen für private Kunden zum Hofverkauf bereit. An die 6000 Weihnachtsbäume gehen an Händler. Stammkunden, welche die Qualität der Müllerschen Bäume zu schätzen wissen, erzählt der Waldbauer mit Stolz. Aus dem Ruhrgebiet, dem Münsterland und Ostwestfalen rollen die Transporter an. Selbst in Ostfriesland, in und um Leer, schmücken die Hesper Weihnachtsbäume die Stuben und bringen weihnachtlichen Duft in die Wohnungen.

 Und es gibt einen klaren Favoriten beim Weihnachtsbaumtypus: Pyramidenartiger Bau und voller Wuchs, das wird gern genommen. Und duften soll der Baum. Also, ein Griff in die Nadeln, zwischen den Fingern zerreiben – und dann: Es duftet. So der Tipp des Fachmannes. Bei stabilen Preisen sei der Verkauf in den letzten Jahren leicht steigend gewesen, erzählt Matthias Müller. Beim Erzeuger, und zumal dem größeren Wettbewerb im Sauerland, seien die Bäumchen hier ohnehin deutlich preiswerter und zudem frischer als in den Großstädten. Müller hat seine Verkaufsschlager: Das ist einwandfrei die Nordmanntanne, die mit 70 Prozent den höchsten Verkaufsanteil unter den Bäumen hat, dann folgt die Blaufichte mit knapp 20 Prozent und schließlich gibt es die Rotfichte und die Nobilistanne, welche bei Müller allerdings nur zehn Prozent der Käufer haben wollen.

Ein beliebtes Highlight unter den Hofbesuchern ist das Selberschlagen in der Schonung. Mit Sägen ausgestattet, ziehen sie los die Gruppen oder Familien auf der Suche nach dem idealen Baum. Nach getaner Arbeit warten warme Speisen und Getränke sowie ein kleiner Adventsmarkt in der heimeligen Scheune und für die Kinder ist kostenloses Stockbrot-Rösten an offener Feuerstelle der Renner. -Von Ulrich Töpel

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