Affelner Flüchtlingshelfer zeigen großes Engagement

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Sandra Horny und Bürgermeister Antonius Wiesemann informierten die Besucher über das Ehrenamt und Planungen.

Affeln - 50 ehrenamtliche Helfer engagieren sich derzeit in Affeln für die Flüchtlingshilfe. Ein Begegnungscafé wird es ebenfalls ab kommendem Mittwoch geben.

Groß ist die Anteilnahme am Schicksal der Flüchtlinge in Affeln. Gut 50 Ehrenamtler hätten sich in diesem Stadtteil Neuenrades gefunden, um zu helfen, berichtete Ortsvorsteher Josef Hochstein im Sportlerheim des SV Affeln 28 am Dienstagabend vor 23 weiteren Anwesenden. Und diese 50 Helfer hätten außerdem eine Smartphone-Gemeinschaft gebildet. Hochstein versicherte: „In unserer WhatsApp-Gruppe läuft Einiges hin und her.“

Viele der Anwesenden waren Ehrenamtliche, aber auch Zelius-Koordinatorin Sandra Horny und Bürgermeister Antonius Wiesemann waren gekommen, um die Fragen der Bürger zu beantworten. Und so diskutierten sie engagiert, beispielsweise darüber, wie sie Anreize schaffen könnten, damit die Flüchtlinge die freiwilligen Angebote der Einheimischen auch in Anspruch nähmen. Eine Hilfe könnte es sein, Hemmschwellen abzubauen und sich einfach erst einmal kennenzulernen. So schlug Ortsvorsteher Hochstein ein erstes Begegnungscafé in Affeln vor. Die Kosten der Premiere – für Tee, Kuchen, Kaffee, Obst und Kaltgetränke –wolle er selbst übernehmen.

Alsbald war auch ein Termin gefunden. Nach dem Debüt, das am kommenden Mittwoch stattfinden wird, solle das Café regelmäßig an jedem ersten Montag im Monat erfolgen – und zwar stets im Sportlerheim des SV Affeln von 16 bis 18 Uhr. Für Kinder stünden dann Spielzeuge und Mal-Utensilien bereit. Ausdrücklich eingeladen seien auch alteingesessene Bewohner Affelns. Bürgermeister Wiesemann berichtete, dass es in Neuenrade derzeit rund 270 Flüchtlinge gebe.

In diesem Zuge dankte er all den Ehrenamtlern, die sich für diese Menschen einsetzen. „Ohne Sie würden wir das nicht schaffen.“ Außerdem berichtete er, dass er genau wisse, wie viele Fahrten die Ehrenamtlichen mit ihren Privatfahrzeugen unternähmen: „Doch reichen Sie die einfach formlos und unkompliziert im Rathaus ein, Sie bekommen für jeden Kilometer von uns 30 Cent.“ Übrigens: Für solche Fahrten stünden im Rathaus auch benötigte Kindersitze bereit. Ab sofort sollen in Affeln an Freitag-Vormittagen mit einem Bulli Fahrten für die Flüchtlinge in die Innenstadt zum Einkaufen angeboten werden. Treffpunkt sei am Pfarrheim um 9.30 Uhr . Dorthin käme der Bulli um 12 Uhr auch wieder zurück. Bei den ersten Fahrten sollten die Neu-Neuenrader dann auch von Einheimischen begleitet werden.

„Dann müssen sie das aber alleine hinbekommen“, sagte ein Anwesender. Ein anderer konterte aber sogleich: „Na, die sind doch Tausende von Kilometern gereist, dann ist das jetzt für sie wohl auch kein Problem mehr.“ Auf Nachfrage erläuterte Zelius-Leiterin Horny: „Erfahrungsgemäß warten die Flüchtlinge locker neun Monate, bis sie im Asylanerkennungsverfahren die erste Anhörung haben.“ Angesichts dieser langen Zeiten bräuchten die Flüchtlinge umso mehr Betreuer. Gesucht würde vom Zelius also ein geeigneter Bewerber für eine weitere Bundesfreiwilligendienst-Stelle. Horny: „Das Alter spielt keine Rolle. Es kann auch eine Frau sein, die wieder ins Arbeitsleben einsteigen will, oder ein Rentner.“

Und es gebe auch „ein kleines Taschengeld“. Letztlich teilte Horny noch mit, dass am kommenden Samstag im Hallenbad, in der Zeit von 16 bis 17 Uhr, eine Wassergewöhnung für die Flüchtlinge stattfinde, die noch schwimm-unerfahren seien. „Das ist zunächst nur einmalig geplant, wird aber vielleicht auch wiederholt – oder sogar regelmäßig gemacht.“ Das hänge von der Resonanz ab. Für den ersten Besuch des Hallenbads müssten sich Interessenten jedoch derweil vorab anmelden.

Die Ehrenamtler, der Bürgermeister sowie der Ortsvorsteher und Sandra Horny treffen sich in Affeln im Anschluss an das dritte Begegnungscafé wieder, das am 4. April ab 18.30 Uhr im Sportlerheim des SV Affeln stattfinden wird.

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