Ärger um das geplante Baugebiet

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Im großen Sitzungssaal des Neuenrader Rathauses wurde über das Baugebiet diskutiert.

Neuenrade/Affeln - Es gibt Konflikte um die Ausweisung des Baugebietes Auf dem Felde II. Dafür hatte der Rat vor den Ferien den Aufstellungsbeschluss gefasst. Nach Offenlegung gingen Anregungen und Bedenken ein, mit denen sich Verwaltung und Politik intensiv befassen müssen.

 So stößt das geplante Baugebiet bei Landwirten genauso auf Widerstand wie bei direkten Anliegern des Baugebietes. Insbesondere die Landwirtschaftskammer habe Bedenken hinsichtlich der Entwicklungsmöglichkeiten der dort ansässigen Landwirtschaftlichen Betriebe geäußert, sagte Bauamtsleiter Marcus Henninger in der Sitzung des Bau- Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses am Dienstag.

 Seitens der Anwohner gehe es um Themen wie Höhe der Gebäude, Artenschutz, Erschließung und Spielplatzgröße. Henninger sagte „Das muss fachlich abgewogen werden, da wird man nicht allem folgen können“. Zudem wies er darauf hin, dass einige Bedenken eben erst nach Rechtskraft mit dem Bauträger zu behandeln seien. Bei der Sitzung kam zudem heraus, dass sich die Verwaltung wohl bereits Anfang August mit Landwirtschaftsvertretern getroffen habe.

 Hintergrund hier sind Bedenken hinsichtlich möglicher Erweiterungen der Mastbetriebe. Dabei geht es um Geruchsbelästigungen und Grenzwerte. Es gab dazu ein Geruchsgutachten mit extrapolierten Grenzwerten in Nachbarschaft zu dem geplanten Gebiet, welche der Märkische Kreis als tolerabel qualifiziert hatte. Wie dem auch sei: Gerade die Bedenken der Landwirte sollen in die Fraktionen getragen und diskutiert werden, um dann zu einer politischen Entscheidung zu kommen. Henninger: „Viele dieser Dinge sind planungsrechtlich abwägbar“. Aber da seien eben auch politischen Entscheidungen nötig.

 Bei der Diskussion äußerte sich die CDU zuerst. Ludger Stracke sagte: „Uns geht es um die Entwicklung von Affeln, nicht um die Behinderung der Landwirtschaft“. Aber es sei gut, diesen Zwischenschritt mit der Beratung in der Fraktion zu tätigen. Affelns Ortsvorsteher Josef Hochstein (CDU) schloss sich seinem Vorredner an und ließ durchblicken, dass ihm an einem Kompromiss gelegen sei. So dürfe man die Kindertagesstätte und die Grundschule nicht aus den Augen verlieren. Das Dorf dürfe nicht Schaden nehmen. Zudem wies er darauf hin, dass sich schon bei ihm aus anderen Ortsteilen Interessenten wegen des neuen Baugebietes gemeldet hätten.

 FWG-Vertreter Detlef Stägert erläuterte, dass ihm die neuen Pläne besser als die alten gefallen würden. Zudem sehe er das Baugebiet als Chance, Affeln weiter zu entwickeln. Es bleibe aber der Spagat zwischen Weiterentwicklung des Dorfes und den Interessen der Landwirte. Altenaffelns Ortsvorsteher Andreas Wiesemann (CDU) sagte, dass man an die Zukunft der Kinder denken müsse. Es sei kaum zu glauben, was das für eine Hängepartie sei. Da ließen sich einige für andere vor den Karren spannen, ergänzte er kryptisch.

SPD-Chef Thomas Wette betonte zudem, dass es im Affelner Zentrum noch etliche Baulücken gebe. Aber jene 30 Grundstücke Auf dem Felde II würden wohl die letzten sein, die man dort ausweisen werde. Und es müsse doch möglich sein, es sozialverträglich so hinzukriegen, dass all damit leben könnten. Bürgermeister Wiesemann betonte schließlich, dass am langen Ende eine Lösung her müsse, die alle mittragen könnten. „Wenn wir jetzt nicht die Weichen stellen, dann wird es gar nichts mehr.“ Der Ausschussvorsitzende Markus Hantelmann (CDU) schließlich verkündete, dass man Anfang des kommenden Jahres mit dem Baugebiet weitermachen werde.

Von Peter von der Beck

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