Ärger mit Blutspendedienst

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Der Ärger war groß bei einigen Blutspendern, als sie beim jüngsten Blutspendetermin im Philipp-Neri-Haus warten mussten.

Neuenrade - Der Ärger war groß bei einigen Blutspendern, als sie beim jüngsten Blutspendetermin im Philipp-Neri-Haus warten mussten. Einige verließen sogar den Blutspendeort und fuhren davon, ohne zu spenden.

Kein Wunder, dass sich der DRK-Vorstand bei den Spendern entschuldigt. Man werde versuchen, „die chaotischen Zustände während der Ballungszeiten“ zu beenden. Es sei erneut Kontakt zum Blutspendedienst in Hagen aufgenommen worden und man habe „massiv darauf hingewiesen“, dass „dringend mehr Personal für einen reibungslosen Ablauf benötigt wird!“ In der Pressemitteilung wird der Vorstand zitiert: „Für heute bleibt uns nur für die Geduld unserer Blutspender zu bedanken und für die langen Wartezeiten zu entschuldigen!“.

Der Verdruss beim Ortsverein ist also groß, zumal es eben nicht das erste Mal sei, dass man sich beim Blutspendedienst beschwert habe. Zudem weist man seitens des Ortsvereins darauf hin, dass sich der Blutspendedienst wohl in einem Umstrukturierungsprozess befinde.

Seitens des Hagener Blutspendedienstes gab es am Nachmittag noch eine Stellungnahme vom ärztlichen Leiter der Entnahme, Dr. med. Bogdan Puscasu. Wegen eines kurzfristigen Krankheitsfalles habe mandemnach nicht in voller Besetzung erscheinen können. Dennoch habe man für einen Termin mit 5,5 Stunden bei 95 erwarteten Spendern noch immer innerhalb der Grenzen der Planvorgabe gelegen. Deshalb habe man den Termin dennoch durchgeführt. „Den Spendetermin abzusagen, war keine Alternative“, heißt es in der Stellungnahme des medizinischen Dienstes.

Die Anzahl der Spender-Liegen sei zudem abhängig von den Gegebenheiten vor Ort sowie von der Anzahl der eingesetzten Mitarbeiter durch den Teamleiter zu entscheiden und mit fünf noch immer innerhalb der Vorgabe. Eine zusätzliche Liege hätte den Spendeprozess nicht wesentlich beschleunigt. Sowohl die „Geschwindigkeit“ des Arztes als auch die des Teams hänge nicht nur von der Anzahl der Liegen ab, sondern auch von der Verteilung des Spendenaufkommens. „Leider war dieses am 4. November sehr unregelmäßig, was zu gewissen Wartezeiten führen kann. So war nicht nur das Spendenaufkommen insgesamt am Nachmittag deutlich höher als am Vormittag, sondern nachmittags auch sehr ungleich verteilt“. Allein in den zwei Stunden zwischen 16 und 18 Uhr hätten sich 67 Spendewillige angemeldet. Wenn dann noch Spendewillige einen berechtigten Informations- und Gesprächsbedarf haben (wie zum Beispiel Neuspender), könne es leider besonders beim Arzt zu Wartezeiten kommen.

Ansonsten hieß es von Sprecher Michael Pingel, dass man versuchen werde, gegebenenfalls mehr Personal einzusetzen. „Rein statistisch aber sei das in Ordnung“. Und was etwaige Umstrukturierungen beim Blutspendedienst anbelangt, so spielten sie in diesem Jahr gar keine Rolle mehr, sagte ein weiterer Sprecher, Stephan Jorewitz. Der Prozess sei quasi abgeschlossen.

Im vergangenen Jahr habe man Termine gestrichen und zusammengelegt, auch andere Strukturen ausprobiert. Zudem habe man versucht, die fünf Zentren – Bad Kreuznach, Bad Salzuflen, Münster, Breitscheid und eben Hagen – auf einen Nenner zu bringen. Hintergrund sei auch der geringere Blutbedarf bei den Kliniken. Dort werden nicht mehr so schnell „transpondiert“. Gleichwohl bestehe natürlich nach wie vor Bedarf, vor allem für Krebskranke, und es gebe auch die Spitzenbedarfszeiten.

Was den besagten Termin in Neuenrade anbelange, so sei es schwierig, die Spitzen bei den Besucherzeiten zu kalkulieren. Das sei nicht steuerbar und es fehle einfach auch das Instrument, um das zu kompensieren. Zudem werde beim Personal eben auch mal jemand krank.

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