Ärger um alten Friedhof nach Baumbeschneidungen

+
So sieht ein Teil der Friedhofs-Linden nach der ersten Beschneidung aus.

Neuenrade - Mit der Aktion auf dem alten Evangelischen Friedhof haben sich die Verantwortlichen des Friedhofsverbandes Lüdenscheid-Plettenberg keine Freunde gemacht.

Noch bevor die Mitglieder des Bauausschusses über die Fäll- und Beschneidungsaktion befinden konnten, hatte man seitens des Verbandes schon einen Gartenbaubetrieb beauftragt, der einen Baum fällte und andere so gravierend beschnitt, dass angesichts dieses Kahlschlages schon eine Anwohnerin – Stefanie Kordas – aktiv wurde und die Stadt sowie den Pfarrer der evangelischen Gemeinde, Dieter Kuhlo-Schöneberg, mobilisierte.

Der zeigte sich in der Ausschusssitzung am Montagabend geradezu entsetzt: „Wir sind als Besitzer nicht über diese gravierende Maßnahme informiert worden.“ Da sei „viel, viel weiter eingegriffen“ worden, als man es vorher im Rahmen einer Begehung besprochen habe. Und: Die Evangelische Friedhofsverwaltung sei schließlich nur Pächter.

Wie auch Bürgermeister Antonius Wiesemann im Rahmen der Sitzung erläuterte, habe man die Maßnahmen nämlich im Vorfeld angesichts des Kleinod-Charakters dieses Friedhofes im März besprochen. Zudem ließ er durchblicken, dass man sich gefreut hätte, wenn man denn der Verwaltung ein Wort gegönnt hätte.

Bei der Sitzung stellte sich dann heraus, dass es zumindest im Falle der Fällung der Linde wohl ein Kommunikationsproblem gegeben habe. Weil infolge einer Sturmwarnung Gefahr im Verzuge gewesen sei, habe man die Fällung einer Linde veranlasst. Klaus Peter Korte, Baubetriebshof-Leiter, war just zu diesem Zeitpunkt nicht erreichbar. In der Sitzung am Montag betonte er aber, dass die Entscheidung, jenen Baum zu fällen, angesichts der Baumschäden wohl in Ordnung gewesen sei.

Nicht gut gelaufen war dann die massive Beschneidung diverser Linden. Da habe er leider nicht mehr rechtzeitig eingreifen können, erläuterte Korte. Als er hinzugekommen sei, hätte der Mitarbeiter des Gartenbaubetriebes die Bäume einseitig schon so gekappt, dass auch die andere Seite massiv beschnitten werden musste. Dann seien die Arbeiten gestoppt worden. In Ordnung gewesen sei seines Erachtens der Rückschnitt der Kopflinden – das müsse so geschehen, weil in ferner Vergangenheit Fehler gemacht worden seien.

In der Sitzung, bei der einige Abgeordnete – auch angesichts der Eigenmächtigkeiten der Friedhofsverwaltung – durchaus über eine Ordnungsstrafe nachdachten, kam man dann zu der Beschluss-Empfehlung, dass die gärtnerische Behandlung des Baumbestands des Friedhofs („ein Kleinod“) insgesamt nun von einem neutralen Experten begleitet werden dürfe. Zudem gebe es die Auflage für eine Ersatzpflanzung von sechs Bäumen.

Bei der nächsten Sitzung im Januar werde der Bauausschuss dann nach Vorliegen neuer Erkenntnisse über das weitere Vorgehen entscheiden. Nun ruht die Baum-Baustelle erst einmal.

- Von Peter von der Beck

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare