Neuenrader Schützen: 2500 Schuss pro Wochenende

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Schießoffizier Rolf Gröning präsentiert "die schwarzen Löcher"

NEUENRADE - 130 Sportler der Neuenrader Schützengesellschaft geben gerade ihr Bestes: Medaillen und Pokale sind ihr Ziel. An sechs Wochenenden von Ende April und noch bis Mitte Juni schießen sie Hinter der Stadt „auf ein schwarzes Loch“, wie Schießoffizier Rolf Gröning es formuliert.

Denn: Scheiben gibt es bei der Schützengesellschaft schon seit sechs Jahren nicht mehr. Die Ergebnisse werden den Schützen – drei können zeitgleich ihr Gewehr anlegen – automatisch auf Monitoren angezeigt. Am Samstag war die vierte Gelegenheit für alle Teilnehmer, ihr Ergebnis zu verbessern – oder erstmals das Glück zu versuchen. Geschossen wird eine Serie mit vier Schuss.

 Jeder – ab 15 Jahren – darf sein eigenes Können so oft testen, wie er mag. Gewertet werden nur die besten drei Serien. Der älteste Teilnehmer ist derweil Ende 80. Gröning weiß: „Es kommen auch immer mehr Frauen.“ Wären es vor gerade einmal einem Jahrzehnt nur knapp zehn Teilnehmerinnen am Medaillenschießen gewesen, so hätten sich in diesem Jahr bereits an die 40 in die Liste eingetragen. Wo andere Vereine über schwindende Teilnahme klagen, sieht das bei der Neuenrader Schützengesellschaft anders aus.

Beim zeitgleich stattfindenden Wettbewerb im Gruppenschießen gingen in diesem Jahr zehn Mannschaften mit jeweils zwischen drei und sechs Mitgliedern an den Start, mehr als sonst. Geschossen wird mit dem aufgelegten Kleinkalibergewehr und Kaliber-22-Munition.

Das ist keine spezielle Sportlermunition, erklärt Gröning. „Die nutzen etwa auch Jäger“, sagt er. Dann schmunzelt er und fügt hinzu: „und Profi-Killer“. Der Medaillen-Wettbewerb der Neuenrader Schützen findet seit 1963 jährlich statt. Geschossen wird in den Altersklassen Junioren (15 bis 24 Jahre), Allgemein (25 bis 49), Senioren I (50 bis 59) und Senioren II (ab 60 Jahre). Für jede Altersklasse gibt es Vorgaben für erschossene Ringe, die zur Bronze-, Silber- oder Goldmedaille führen. Beim Gruppenschießen der Neuenrader Schützen findet ein Ausscheidungsschießen statt. Gewertet werden immer die besten drei Schützen eines Teams. Am Wochenende wurde das Halbfinale durchgeführt. Das Finale steht am 4. Juni auf dem Programm.

 Als dritte Komponente des laufenden Wettbewerbs findet am Abschlusswochenende, am 11. und 12. Juni, noch das Pokalschießen statt. Da treten die Kompanien Unter- und Oberstadt gegeneinander an. Zudem gibt es einen separaten Juniorenpokal. Doch auch wenn viel geschossen wird – an einem der sechs Wettbewerbs-Wochenenden gehen im Schnitt 2500 Schuss Munition drauf – klagt Gröning über Nachwuchsprobleme: „Es kommen immer wieder Jugendliche hinzu. Aber es dürften gerne mehr sein. Der Verein wird von der Altersstruktur her immer älter.“

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