1700 Unterschriften gegen Windenergieanlagen auf dem Kohlberg

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Dr. Frank Hoffmann übergibt die Unterschriftenlisten an Bürgermeister Antonius Wiesemann.

NEUENRADE - „Ich bin gegen die geplante Bebauung des Landschaftsschutzgebietes Kohlberg-Giebel mit Windkraftanlagen.“ Das haben 1700 Bürger unterschrieben, der Großteil stammt aus Dahle, etliche aus Evingsen aber auch, so versicherte Dr. Frank Hoffmann, „einige hundert Neuenrader“.

Am Montagnachmittag dann übergab Hoffmann, Vorsitzender des Vereins „Bürgerinitiative Rettet den Kohlberg“, (zur Zeit 60 Mitglieder), begleitet von sicherlich drei Dutzend Mitstreitern, flankiert von den Vorstandskollegen Ulrich Schorner (Neuenrade) und Wilfried Bracht (Dahle) die Unterschriftenlisten an Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann, der seinen Bauamtsleiter Marcus Henninger dabei hatte.

Hoffmann übergab die Listen nicht ohne begleitende Worte: Vor dem Hintergrund dieses „zahlenmäßig großen Protestes möge der Bürgermeister doch noch mal seine Entscheidung überdenken“. Sicherlich „90 Prozent der Dahler seien dagegen“, viele Evingser und eben viele Neuenrader. Zudem sei der Kohlberg nicht ein x-beliebiger Berg sondern die Menschen würden diesen Kohlberg auch als Teil ihrer Identität sehen. Das sei gerade bei den Älteren der Fall. Hoffmann gab zu bedenken, dass gerade Projekte wie der Babywald, die ja auch identitätsstiftend seien, durch den Bau von Windenergieanlagen konterkariert würden. Auch müsse man an Objekte wie den Waldfriedhof oder das SGV-Ehrenmal denken. „Sehr viele Leute möchten nicht, dass dort Windkraftanlagen gebaut werden.“

 Hoffmann verwies zudem auf die geplante Offenlegung. Nun hätten sich mehr Leute intensiver mit den Planungen auseinandersetzen können und man habe „erhebliche Zweifel“ an den Argumenten zur Ausweisung des Areals. In Kenntnis der Sachlage sei man sicher, dass der Kohlberg nun so erhalten werde.

 Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann wollte naturgemäß nicht viel sagen zu den Unterschriften, betonte, dass es ihm nun vor allem darum gehe, dass die Angelegenheit auf sachlicher Ebene bleibe. Die Neuenrader hätten ihre Aufgaben zu machen, wie es die Landesregierung aufgebe. Und: Man wolle keine Nachbarn verärgern.

Die Gegner des Neuenrader Projektes machen nun Planungsmängel aus: Sie halten die Standortuntersuchung für nicht gelungen, der Kohlberg sei nicht das Geeignetste Gebiet. Zudem sehen sie weiterhin eine Gefährdung der Springer Quelle. Und schließlich sei auch die Artenschutzprüfung mit Schwächen behaftet.

Von Peter von der Beck

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