Marktplatz Obstfeld: Längerer Weg für Rollstuhlfahrer

Patient Jürgen Vogt und seine Frau Gisela schätzen den unkomplizierten Transfer vom Parkplatz in die rollstuhlgerechte Praxis. Michaela Christodoulakis (2. v.l.) und ihr Team (im Bild Auszubildende Sara Bonacker) haben ihre Arbeitsabläufe angepasst. Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Ratsentscheidung über den „Marktplatz Obstfeld“ sorgt auch in der Zahnarztpraxis von Michaela Christodoulakis für Unmut: Der Bebauungsplan sieht vor, dass der Parkstreifen inklusive Behindertenparkplatz vor den Praxisräumen entfernt wird. „Das ist für meine Patienten katastrophal“, erklärt die Zahnmedizinerin.

Von Ina Hornemann

Vor rund zehn Jahren hatte Birgit Tupat als Ordnungsamtsleiterin einvernehmlich mit Michaela Christodoulakis noch an der Einrichtung eines Behindertenparkplatzes vor der Praxis mitgewirkt. Der wird allein von den Bewohnern der beiden Pflegeeinrichtungen auf dem Gemeindegebiet rege genutzt. Die Praxis Christodoulakis ist als barrierefreie Zahnarztpraxis bei der Kammer geführt. „Einen Behandlungsraum habe ich extra so gestaltet, dass die Liege für bewegungseingeschränkte Patienten komfortabel zu erreichen ist. Ganz immobile Patienten können auch vom Rollstuhl aus behandelt werden. Dafür haben wir die Geräte anpassen lassen“, sagt die Zahnärztin.

Genutzt wird dieser Service gern und viel. Auch Jürgen Vogt schätzt es, wenn ihn das Sanmobil von Haustür zu Haustür bringen und die Behandlung ohne den beschwerlichen Umstieg aus Rollstuhl auf die Liege stattfinden kann.

„Fällt dann aber der Behindertenparkplatz vor der Tür weg, wird alles enorm erschwert“, erklärt Michaela Christodoulakis. Ersatz für den Parkstreifen ist auf dem Grundstück des Marktplatzes Obstfeld zwar vorgesehen und der neue Behindertenparkplatz wird auch nur 50 Meter weiter entfernt liegen. „Aber diese 50 Meter haben es in sich“, bestätigt auch Anlieger Ioannis Christodoulakis. Rollstuhlfahrer müssen auf dem Weg in die Zahnarztpraxis zwei Grundstückseinfahrten passieren, zudem wird der schmale Gehweg an der Altenaer Straße auch noch als Fahrradweg genutzt. „Und aus der Erfahrung mit den Einfahrten, die wir bislang haben, wagen wir zu bezweifeln, dass der neue Behindertenparkplatz so ebenerdig und wenig abschüssig ist, wie der, den wir jetzt haben.“

Familie Christodoulakis sähe das Problem unkompliziert gelöst, wenn die Zufahrt zum neuen Handelszentrum schlicht um 75 Meter verschoben und eine ähnliche Situation geschaffen würde, wie zu Zeiten von Aldi. „Es müsste sich eine Lösung finden, die den gehbehinderten Bürgern besser entspricht.“

Ioannis Christodoulakis, einst Sachkundiger Bürger im Sozialausschuss, will den Gemeinderat gern zu einer Ortsbegehung willkommen heißen. Er und seine Tochter hoffen auf eine schnelle und unkomplizierte Lösung: „So, wie es auch bei der Einrichtung des Behindertenparkplatzes einst war.“

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