Auch Zähne kommen in die Jahr: Pflegetipps

Moderne Zahnbürstenmodelle greifen Zahnbelag in einer Putzbewegung von beiden Seiten an. - Fotos: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - An jungen Zähnen setzt sich Karies gern in Zahnfleischnähe an. Ältere Zahnarztpatienten schildern Michaela Christodoulakis öfter Defekte zwischen den Zähnen. Die Ursache dafür muss keine schlechte Mundhygiene sein - oft ist es die mangelnde Flüssigkeitszufuhr, die es schädlichen Bakterien leicht macht im Mund.

Mundtrockenheit ist ein häufig auftretendes Problem, das Senioren bemerken. „Zwei Faktoren spielen dabei eine Rolle: Zum einen lässt der Durst im Alter nach, zum anderen nehmen ältere Menschen oft Medikamente, die die Schleimhäute austrocknen“, weiß Michaela Christodoulakis. Zu wenig Flüssigkeit tut den Zähnen allerdings nicht gut, weshalb ein länger jung gebliebenes Gebiss veränderte Pflegewohnheiten zu schätzen weiß. Zahnseide und Bürsten, die sich speziell auf die Zahnzwischenräume konzentrieren, sollten deshalb in die tägliche Routine einfließen. 

„Und auch wenn die Schulter beim Putzen schmerzt oder die Bewegungen generell zu anstrengend werden, gibt es Lösungen“, erklärte Michaela Christodoulakis am Freitagabend einem erstaunten Publikum beim CVJM-Familienkreis.

Sie hatte in ihrem Musterköfferchen nicht nur das berühmte Prophylaxe-Gebiss, sondern auch Zahnbürsten mit extra dickem und abrutschsicherem Griff. Doppelbürsten erreichen Zähne in einer Putzbewegung vorne und hinten. „Und auch denjenigen, die die Dritten schon haben, empfehle ich eine tägliche Reinigung per Hand“, so die Referentin.

Das Glas mit der aufgelösten Gebissreinigungstablette sollte nur sporadisch auf dem Nachtschränkchen stehen und nur zu dem Zweck benutzt werden, einen frischeren Geschmack beim Einsetzen der Prothese zu erlangen. „Zur dauerhaften Reinigung sind die Tabletten nicht geeignet“, erklärte Michaela Christodoulakis.

Die Alterszahnmedizin ist in der Zahnärztekammer mittlerweile ein großes Thema. Die Nachrodter Zahnärztin betreut beide Seniorenheime vor Ort und kann Angehörige und Pflegepersonal auch darin anleiten, wie Schwerstpflegebedüftige eine gute Gebisspflege erhalten können.

„Es gibt so einen schönen Spruch: Die dritten Zähne sind wie die Sterne. Sie kommen nur nachts raus.“ Wie es gar nicht soweit kommen muss, wissen die Familienkreismitglieder jetzt aber ganz genau.

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