Ein Strauß an Argumenten: „Der Wind trägt Schall ins Dorf“

Nachrodt-Wiblingwerde - Sie kommt ein bisschen wie auf Samtpfoten daher, die Energiewende. Derzeit decken rund dreitausend Windenergieanlagen rund vier Prozent des Stromverbrauchs in NRW ab. Der Anteil an der Stromversorgung soll bis zum Jahr 2020 auf 15 Prozent steigen. Ein gewaltiges – und für die Windkraftgegner sogar ein gewalttätiges Anliegen.

Ein Teil dazu beitragen sollen – wenn es nach den Wünschen der Betreibergesellschaft „Naturstrom Veserde“ geht, – zwei neue Windräder in Veserde. „Direkt vor der Nase“ zum Beispiel von Michael Winkler, Barbara Kreft und Jochen Feike. Auch betroffen: Lothar Heinze aus dem Nahmertal in Hohenlimburg, der ebenso zu der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses eilte. Dort nämlich sollte das Thema Windkraft in Veserde beraten werden, was aber, wie das AK berichtete, zur Sitzung des Rates am kommenden Montag verschoben wurde.

Die Windkraft-Gegner aus dem idyllischen Örtchen haben nicht nur ein Argument gegen den Bau der Windräder – sie präsentieren einen ganzen Strauß.

Jochen Feike ist es, der die „Sinnlosigkeit des Vorhabens“ gern in den Vordergrund rückt. „Die fehlende Grundlastfähigkeit ist nach wie vor die unüberbrückte Schwäche dieser Form der Energiegewinnung. Herkömmliche Kohlekraftwerke müssen einspringen, wenn der Wind nicht weht! Weht der Wind zu kräftig, wissen wir in unserem Netz nicht wohin mit dem ‘grünen Strom’“, sagt er.

Gesundheitliche Themen stehen für Michael Winkler im Vordergrund. „Der Wind trägt den Schall ins Dorf“, so der junge Mann. Bei einem Windrad könne es schalltechnisch erheblich besser sein, in direkter Nähe zu wohnen („wie Herr Spelsberg“) als in Windrichtung einen Kilometer entfernt, da sich der Schall ausbreite. Eine erhebliche Gefährdung gehe auch vom Infraschall aus, vor dem man sich nicht schützen könne. „Wenn hier die guten Absichten der Investoren im Vordergrund stehen, sollte jeder Investor in vollem Umfang persönlich haften, wenn es zu einem der folgenden Punkte kommt: gesundheitliche Schäden, Schäden für die Tierwelt (Hauptflugschneise der Kraniche) oder Werteverlust der Veserder Immobilien.“

Es werde suggeriert, so die AK-Gesprächspartner, dass man im Verfahren noch Einfluss habe, dass man sich noch wehren könne, aber die Erfahrungen von anderen habe gezeigt, dass das nicht der Fall sei. Wenn „das Ding steht, dann steht es.“ Und: Die gemessenen Laborwerte hätten wenig mit dem zu tun, was es in der Praxis dann tatsächlich an Werten gebe.

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