Spätes Wiedersehen mit der Kunst für Horst Renfordt

Horst Renfordt hat sich nach seinem Sturz vor einem Jahr gut erholt. Seine Kunst hat er in Form von Fotografien mitgenommen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - In den vergangen Jahren ist es still geworden um Horst Renfordt, den Wiblingwerder Metallplastiker, der sich landes- und bundesweit an namhaften Ausstellungen beteiligt hat. Kürzlich gab es wieder einen öffentlichen Kontakt mit der heimischen Kunstszene bei der Ausstellungseröffnung der Kreativgruppe „Altes Pfarrhaus“.

„Ich bin in Altena gelandet“, erklärt Horst Renfordt denen, die ihn vermissen. Bis vor zwei Jahren war er noch künstlerisch tätig in seinem Haus, das für die Metallplastiken im Garten bekannt war. Der Ruhestand in vertrauter Umgebung währte ein Jahr. Ein Treppensturz, Krankenhaus - Kurzzeitpflege im Ellen-Scheuner-Haus. „Bleiben Sie bei uns!“ haben sie mir angeboten. „Das habe ich dann auch gemacht.“

Jetzt hat der 89-Jährige sogar wieder mit Kunst zu tun. Mit Uschi Panke, der Witwe seines früheren Künstlerkollegen Werner Panke, trat eine Frau an ihn heran, die ihn gern im Team der Kreativgruppe „Altes Pfarrhaus“ haben wollte. „Da bin ich nun beratend und begleitend tätig“, erklärt Horst Renfordt. „Das macht Spaß, auch wenn ich selbst nicht mehr zum Zeichenstift greife.“ Bis zum Eintritt in den selbstgewählten Ruhestand war Horst Renfordt noch nahezu täglich aktiv und widmete sich vorwiegend seinem grafischen Werk. Menschen, Technik, Industrie – das waren immer Themen, die ihn als Konstruktivisten umtrieben. Die Dinge zu formen, zu zerlegen, neu zu definieren und zu interpretieren ist seine Leidenschaft. „Heute noch, obwohl ich nicht mehr kreativ bin.“

Horst Renfordt blickt heute auf viele Ecken und Kanten, wenn er aus seinem Fenster im Scheuner-Haus blickt. Die Giebel der stadtbildprägenden Gebäude wie des Kreishauses, der Lutherkirche oder des Berufskollegs empfindet er als Wohltat für seine Künstlerseele. „Die ist mir geblieben“, erklärt er fast schmunzelnd, wohl wissend um sein Image als Eigenbrötler, der im Leben nur wenige Außeneinflüsse zugelassen hat. Und die Kunst? „Die ist heute in Berlin bei meinem Bruder Ernst“, erklärt Horst Renfordt. Zu ihm steht er im regen Kontakt und ist froh, einen Hüter für sein Lebenswerk gefunden zu haben.

Fotografien davon hat Horst Renfordt in seine neue Heimat mitgenommen. Die Kunstszene hält er durch tägliche Zeitungslektüre noch immer im Blick. Mit großem Bedauern hat er die Schließung der Stadtgalerie wahrgenommen, insbesondere für bildende Kunst fehlt Raum. Einer aus der neuen Nachbarschaft hat es seiner Ansicht nach richtig gemacht: „Antek. Der belebt die Innenstadt. Das finde ich gut!“

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