Friedhof in Wiblingwerde vernachlässigt?

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Den Zustand der Friedhofswege beklagt Volker Niederköppern.

Nachrodt-Wiblingwerde - Befindet sich der Friedhof in Wiblingwerde in einem unzumutbaren Zustand? „Noch nie in der Vergangenheit wurde der Friedhof in dieser Form vernachlässigt. Das ist eine Frechheit, die ich in dieser Form absolut nicht akzeptiere“, sagt Volker Niederköpper und legt sich gerade mit der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Wiblingwerde an. „Das ist doch Quatsch“, sagt Kirchmeister Rainer Nowak. Und Pfarrerin Dr. Tabea Esch findet die Art der Kommunikation „schwierig.“

Was ist passiert? „Teilweise wurden die Wege mit Unkrautex behandelt, bis hinein in die Rasenflächen“, sagt Volker Niederköppern. Seine Eltern, Großeltern und seine Frau sind auf dem Friedhof im Höhendorf beerdigt. Das Familiengrab befindet sich in der dritten Generation dort.

„Wir teilen uns ein bisschen auf, wer zum Friedhof geht und die Blumen gießt. Wöchentlich ist jemand dort. Und dann sieht man natürlich, dass der Friedhof total vernachlässigt ist und im ganzen Sommer nichts getan wurde“, erzählt Volker Niederköppern im Gespräch mit dem AK. Der 60-Jährige hat sich schon einmal vor drei Jahren über die Kirchengemeinde geärgert, als er für 27 Jahre im Voraus die Unterhaltungsgebühr bezahlen sollte. „Da habe ich mich damals gegen gewehrt.“

Vielleicht bezeichnet Kirchmeister Rainer Nowak den Hohenlimburger deshalb als „schwierigen Fall.“ Der Friedhof, so sagt Rainer Nowak, „wird als sehr gepflegt wahrgenommen. Deshalb kommen sogar Leute von außerhalb, um sich für eine Beerdigung dort zu entscheiden.“ Volker Niederköppern steht nach Auffassung von Rainer Nowak ganz allein mit seiner Meinung da.

Nur zugelassene Mittel

„Die Bevölkerung beurteilt den Friedhof sehr positiv. Nachmittags sitzen Leute gern dort auch auf den Bänken, die wir aufgestellt haben. Es ist sicher keine Parkanlage, es ist ein Friedhof. Und natürlich kommt auch hier und da mal Unkraut auf dem Weg heraus.“ Beim Thema „Unkrautex“ widerspricht Rainer Nowak. „Der Friedhofsgärtner setzt zugelassene und zertifizierte Pflanzenvernichtungsmittel ein. In drei Wochen redet da kein Mensch mehr drüber. Das ist wie beim Baumschnitt, als sich die Leute aufgeregt haben.“

Für das Presbyterium ist der Friedhof in einem „tadellosen Zustand“, für Volker Niederköppern so gar nicht. Auch die Abfallbehälter seien übervoll. „Wo sollen speziell ältere Leute ihren Abfall entsorgen?“, fragt Volker Niederköppern. Er fordert die Jahresgebühr für 2016 zurück, „was sicherlich auch schon andere Gemeindemitglieder gemacht haben.“ Sein Anliegen soll während der nächsten Sitzung des Presbyteriums beraten werden, verspricht Pfarrerin Dr. Tabea Esch – und zwar am 13. September.

Ordnungsamt informiert

Aufgrund seines Unmutes hatte Volker Niederköppern auch das Nachrodt-Wiblingwerder Ordnungsamt informiert. „Der Außendienst war draußen und hat auch Bilder gemacht. Aber wir sind nicht zuständig auf dem Gelände und können deshalb niemanden aufs Dach steigen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Und Pfarrerin Dr. Tabea Esch kommentiert: „Ich gebe zu, dass ich nicht ständig auf dem Friedhof bin und nicht für jede Ecke sprechen kann. Ich finde unseren Friedhof sehr schön.“

Schön oder nicht schön... Gärtner Willi Panne versichert im AK-Gespräch, dass er nur Spritzmittel einsetzt, die zugelassen sind. Aber davon auch nur noch ganz wenig. „Es wurde auch ein Gasbrenner eingesetzt. Deshalb sieht das so verbrannt aus.“ Überall sei es auf dem Friedhof rappeltrocken. „Es muss Regen geben, dann wird es auch wieder grün. Teilweise hacken wir das Unkraut auch von Hand weg.“ Auch die Bäume, so sagt der Gärtner, ziehen das Wasser aus dem Erdreich. Das Gras vertrocknet. „Dann sieht es so aus, als hätten wir gespritzt.“ Willi Panne bekommt eigentlich nur positive Rückmeldungen rund um das Thema Friedhof. „Man hört von fremden Leuten, dass er einer der schönsten ist.“

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