Walzwerke investieren zwölf Millionen Euro

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Dr. Bodo Reinke ist Geschäftsführer der Walzwerke Einsal.

Nachrodt-Wiblingwerde. Übernahmeangebote gibt es immer mal wieder. Übernahmeangebote von Indern, von Investmentfonds, von europäischen Investoren. „Aber wir sind ein Familienbetrieb und wollen das auch bleiben“, sagt Dr. Bodo Reinke, Geschäftsführer der Walzwerke Einsal. Deutlicher geht keine Absage. Der Blick geht vielmehr auf die eigene Stärkung: Im nächsten und übernächsten Jahr investiert das Unternehmen erheblich: insgesamt etwa zwölf Millionen Euro.

 „Wir sind daran interessiert, hier die Arbeitsplätze zu halten, und wir glauben, dass das keiner besser kann als wir. Alle, die von extern dazu kommen, haben nicht die Verbundenheit. Es gibt kein persönliches Interesse, sondern nur das Interesse an Reditemaximierung“, sagt Dr. Bodo Reinke.

„Wir haben uns eine andere Aufgabe gestellt, nämlich die Tradition in Deutschland aufrecht zu halten. Und es gibt eine Reihe von Beispielen, wie Firmen durch ausländische Investoren kaputt gemacht werden .... man muss nur nach Plettenberg schauen.“

 Das Unternehmen investiert regelmäßig. Etwa drei Millionen jedes Jahr. Und manchmal gibt es größere, nach außen sichtbare Schritte, wie 2008, als sich die Walzwerke Einsal im erweiterten Gewerbegebiet flächenmäßig erheblich vergrößerten. „Und nun steht wieder etwas Besonderes an“, so Dr. Bodo Reinke. Gebaut wird unter anderem eine neue Versandhalle. Von dort soll das fertige Material, das bislang in verschiedenen Bereichen des Unternehmens „untergebracht“ ist, zentral verschickt werden. Zudem wird eine Adjustageanlage angeschafft. „Eine ganz moderne Anlage, mit der wir in der Lage sind, wesentlich präziseren Stahl herzustellen“, so der Geschäftsführer zum technologischen Fortschritt.

 Die Arbeitsabläufe sind dann weitgehend automatisiert. Arbeitsplätze gehen dennoch nicht verloren. „Wir haben im Moment einen Engpass an Leuten und Maschinen“, sagt Dr. Bodo Reinke. Und so müssen das eine oder andere Mal Mitarbeiter aus anderen Arbeitsbereichen abgezogen werden, die dann beim Richten und Trennen mithelfen. Mit der neuen Anlage soll der Arbeitsaufwand besser bewältigt werden.

 Zur neuen Versandhalle und Adjustageanlage wird auch eine neue Vergütungsanlage angeschafft – eine Wärmebehandlung, mit der dann spezielle Eigenschaften des Stahls eingestellt werden können.

 Zwölf Millionen. Eine Hausnummer. „Keine Investitionen würden bedeuten, dass wir uns von den Länden mit niedrigen Lohnkosten überholen lassen. Wir müssen versuchen, mit den Anlagen Produkte herzustellen, die qualitativ deutlich besser sind, als das, was aus Asien kommt. Und dann hoffen wir, dass wir dann auch ein paar Cent mehr für das Produkt bekommen. Qualität ist unsere einzige Chance. Im Preis haben wir keine Chance gegen Asien, Südeuropa oder auch Polen. Die Löhne in Polen sind ein Viertel unseres Lohnniveaus“, so Dr. Bodo Reinke .

 Outsourcing – die Abgabe von Unternehmensaufgaben an Externe – steht bei den Walzwerken Einsal nicht zur Debatte. „Manchmal kann es sein, dass wir so viele Aufträge haben, dass unsere Kapazitäten nicht ausreichen. Dann müssen wir manchmal auslagern. Aber wir werden nicht einige Produktionsbereiche an andere Firmen abgeben. Wir sind froh, wenn wir eine hohe Wertschöpfungstiefe haben. Wir haben auch ganz gern die Qualitätskontrolle über alle Schritte.“

 Apropos Qualität. In dieser Woche finden drei Audits statt. „Wir müssen unsere internen Prozesse laufend verbessern und das ist noch hochkomplizierter als eine Halle zu bauen“, schmunzelt der Geschäftsführer der Walzwerke Einsal. Und so wird das ganze Unternehmen auf den Kopf gestellt – unter anderem zum Thema Umwelt und Energie. „Wenn wir das nicht machen würden, würden wir nicht die Anreize bekommen, uns zu verbessern“, erklärt er das angestrebte Ziel. „Wir quälen uns praktisch freiwillig.“

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