Walzwerke: Zusammenhalt und Gemeinschaft stärken

+
Walzwerke-Geschäftsführer Dr. Bodo Reinke, Joana Hymmen und Andreas Helmig (v.l.). Die blauen Regenjacken gibt es für den Wandertag, die T-Shirts sind für den Firmenlauf.

Nachrodt-Wiblingwerde - Kollegen und Kolleginnen sind die einzigen Lebensabschnittspartner, mit denen man sich im allgemeinen nicht paart, obwohl man mit ihnen die meiste Zeit verbringt. Gegenseitige Wertschätzung und die Idee, dass sich die Arbeitszeit nicht nur um reines Geldverdienen dreht, sind bei den Walzwerken Einsal wichtige Themen. „Wenn man sich in einer Gemeinschaft fühlt, so ist die Arbeitszeit ein bisschen sinnspendender“, sagt Walzwerke-Geschäftsführer Dr. Bodo Reinke.

„Teambildende Maßnahmen“ ist der Überbegriff für Aktionen, die für die 300 Mitarbeiter der Walzwerke mehrmals im Jahr anstehen. An diesem Wochenende nehmen zwei Mannschaften am Sportfest der türkisch-islamische Gemeinde am Pragpaul in Altena teil. 16 Fußballmannschaften sind dort gemeldet – und vielleicht wird auch Walzwerke-Chef Dr. Bodo Reinke dabei sein und kicken. „

Manche finden das gut, andere fühlen sich vielleicht eher gehemmt. Aber je mehr Veranstaltungen wir machen, umso zwangloser ist es“, so Reinke, der mit Andreas Helmig und Joana Hymmen zwei Mitarbeiter in seinem Haus hat, die sich neben ihren Hauptaufgaben als Finanzbuchhalter und Personalsachbearbeiterin auch um die gemeinsamen Veranstaltungen für die Beschäftigten kümmern. Dass die Mitarbeiter der Walzwerke wieder am AOK-Firmenlauf in Lüdenscheid teilnehmen, versteht sich von selbst.

Schon seit 2004 sind Läufer und Walker der Walzwerke dabei – und nun geht es am 24. Juni wieder in die Bergstadt. „Wir haben schon T-Shirts nachbestellt“, sagt Joana Hymmen. „Hauptsächlich geht es darum, dass man sich das Leben gegenseitig angenehmer macht. Wenn man immer nur aneinander vorbeiläuft, gibt es vielleicht auch gewisse Hemmungen, man traut sich nicht, miteinander zu sprechen.

Wir haben festgestellt, dass beispielsweise durch den Firmenlauf, an dem gewerbliche als auch kaufmännische Mitarbeiter teilnehmen, hinterher die Hemmschwellen abgebaut waren“, sieht Dr. Bodo Reinke nur positive Effekte. „Teilweise gibt es ja auch Vorurteile untereinander.“

Diese abzubauen, aber in erster Linie das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, wirke sich letzlich positiv auf den Arbeitsalltag aus. Dass nicht jeder Mitarbeiter überall mitmacht, ist klar – und bei einem Drei-Schicht-Betrieb auch nicht wirklich möglich. Dass aber das Interesse groß ist, zeigt beispielsweise die Anzahl der Gäste bei der letzten Weihnachtsfeier.

200 Leute feierten in einer eigens umfunktionierten und natürlich geschmückten Halle. Interessant ist die Umsetzung der Ideen im Unternehmen: Es gibt keine Aushänge für die Aktionen. Jeder wird persönlich eingeladen. Und so müsste auch ein jeder Walzwerke-Mitarbeiter aktuell wissen, dass am 2. Juli ein Wandertag ansteht. Der erste seiner Art. Was sich zunächst nicht gerade spektakulär anhört, ist durchaus durchdacht. Und: Wandern ist mittlerweile die beliebteste Outdoor-Aktivität, wie eine aktuelle Studie der Ostfalia-Hochschule in Salzgitter ergeben hat.

„Wir hatten zunächst überlegt, in die Skihalle Bottrop zu fahren, in den Kletterwald oder Paintball-Spielen, aber das wäre sicher nicht für alle etwas gewesen. Auch Kartfahren war im Rennen. Aber dann wären die Kollegen so mit sich selbst beschäftigt, dass der eigentliche Sinn und Zweck der gemeinschaftlichen Sache zu kurz gekommen wäre“, erklärt Andreas Helmig. Also: „back to the roots – und auf zum Hegenscheid.

Denn Wandern ist absolut kommunikativ und spricht Jüngere und Ältere gleichermaßen an. Im Restaurant „Windsack“ gibt es dann Essen und Trinken zum Abschluss. „Alle sind wichtig, jeder an seiner Stelle. Und wir brauchen uns alle gegenseitig, egal, ob man mit dem Gabelstapler Stahl durch die Gegend fährt, oder ob man an einer anderen Stelle mit amerikanischen Kunden über einen neuen Vertragsabschluss verhandelt. Wir brauchen all diese einzelnen Spezialisten, um hier zu einem Ergebnis zu kommen“, steht Dr. Bodo Reinke mit Haut und Haaren hinter den Veranstaltungen für seine Mitarbeiter, die sich auch nicht selten um das Thema „Gesundheitsförderung“ drehen.

Es gibt Teams, die Tischtennis spielen, andere haben sich für Badminton entschieden oder fahren mit dem Rad zur Arbeit und nehmen so von Mai bis August an einer entsprechenden Mitmachaktion vom ADFC und AOK teil.

Im vergangenen Jahr hatten sich bundesweit 150 000 Arbeitnehmer beteiligt und legten dabei insgesamt 23,4 Millionen Kilometer zurück. Dr. Bodo Reinke tritt nur hin und wieder in die Pedale – „schön an der Lenne entlang“, sagt der Walzwerke-Chef, der in Herdecke wohnt. Nur das letzte Stück durch Nachrodt muss man auf der Bundesstraße fahren.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare