Vorsicht bei Gaunerzinken

Nachrodts Bezirksbeamter Raffenberg appelliert: "Sprechen Sie mich an!"

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Nachrodt-Wiblingwerdes Bezirksbeamter Reinhard Raffenberg: „Die Zahl der Einbrüche steigt und steigt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Ein schlichtes Kreuz, geschmiert auf ein Fensterbrett. Ein einfacher Gedankenstrich, eingeritzt in eine hölzerne Haustür. Das sind keine harmlosen Kritzeleien. Das sind Geheimcodes von Einbrechern, Trickbetrügern, aber auch von Bettlern! Sie zeigen an, ob es in diesem Haus etwas zu holen gibt oder ob vielleicht ein Hund im Haus lebt, der auch mal zubeißen könnte. Polizeihauptkommissar Reinhard Raffenberg, Bezirksbeamter für Nachrodt-Wiblingwerde, warnt: „Vorsicht, wenn Sie diese Zeichen an Ihrem Haus sehen – an Fenster, Tür, Briefkasten, Gartenzaun.“

Die zumeist in einer Gruppe organisierten Täter kundschaften ein Gebäude aus, brechen ein, überfallen Hauseigentümer oder Mieter und hinterlassen die Markierungen für die nächsten Täter. 

Das sind typische Gaunerzinken. Wer solche Symbole entdeckt, sollte die Polizei informieren.

Immer wieder wurde Raffenberg allein in den vergangenen Tagen zugetragen, dass sich auf Nachrodt-Wiblingwerder Gemeindegebiet plötzlich völlig Unbekannte auf Terrassen umsahen. Von den Hauseigentümern zur Rede gestellt, hätten sie häufig ausgeführt, sie hätten gehört, die Immobilie stünde zum Verkauf. Sie hätten sich einfach unverbindlich informieren wollen. Vorgekommen sei auch, dass Personen dann plötzlich einen Zettel aus der Tasche gezogen hätten mit dem Inhalt: „Suche Arbeit! Bitte helfen!“ 

Raffenberg rät: „Wem so etwas passiert ist, der sollte durchaus Kontakt zur Polizei aufnehmen. Oft empfiehlt es sich, dann zumindest von amtswegen die Personalien zu überprüfen, um zu sehen, woher diese Person kommt.“ 

Die „besonderen Zeichen“ tragen übrigens polizeiintern den Namen Gaunerzinken. Sie sind seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Polizeihauptkommissar Reinhard Raffenberg möchte keine Panik schüren, erinnert aber daran, dass allein in den ersten zwei Monaten diesen Jahres schon mehr als ein halbes Dutzend Einbrüche oder Einbruchsversuche in Nachrodt-Wiblingwerde aktenkundig wurden. 

Was ihn besonders besorgt: Die Zahl der Tageseinbrüche überwog dabei. „Die Täter werden immer dreister“. Der erfahrene Bezirksbeamte rät, wer ein solches Zeichen im Umfeld seines Grundstückes oder an Haustüren beziehungsweise Mauern finde, solle ihm kurz Bescheid geben. „Ich bin oft in Nachrodt-Wiblingwerde und schaue mich dann einmal in Ruhe im dortigen Umfeld um.“ 

Raffenberg rät Bürgern auch, die Nachbarn zu informieren, wenn es Gaunerzinken gibt. Ein zusätzliches waches Auge auf Haus oder Wohnung schade nie. Und: Später auf jeden Fall das Zeichen wegwischen!

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