Vitronik-„Blitzer“ wird zwischen dem 15. und 20. September aufgestellt

Neue Säule, alter Standort

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Links wird für den neuen Nachrodter Blitzer ein Stromversorgungspunkt mit Zähleranschluss errichtet.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist doch sehr gering“, sagt Hans-Jörg Böhme, Mitarbeiter der Bußgeldstelle, und war als einziger bereit, an der B 236 in Höhe der Walzwerke Einsal über die neue Vitronik-Anlage zu sprechen, die wahrscheinlich zwischen dem 15. und 20. September aufgestellt wird.

Mitarbeiter eines Tiefbauunternehmens, eines Elektrounternehmens und der Stadtwerke Iserlohn trafen sich zum Thema „Blitzer“ zu einem Ortstermin. Fotos? Nicht erwünscht. Die neue Säule bekommt den alten Standort. In Höhe der Bushaltestelle wird ein Stromversorgungspunkt mit Zähleranschluss errichtet. Von dort aus werden Kabel bis zur Säule verlegt – in Leerrohren, die im Fußweg versenkt werden. 

Anlagen arbeiten mit Lasertechnik

Die Vitronik-Anlage könnte theoretisch in beide Richtungen blitzen – tut sie aber nicht, wie Hans-Jörg Böhme erklärt. Der Aspekt der Verkehrssicherheit stehe im Vordergrund. Geblitzt werde mit einem Messgerät nur in Fahrtrichtung Altena. Die Vitronik-Anlage ersetzt dann das alte „Jenoptik“-Modell, das sensorbasiert funktionierte. Der Nachteil dabei: Die Sensorenfelder in der Straße unterliegen einer hohen Beanspruchung durch den Straßenverkehr. Die Anlagen der neuen Ära arbeiten mit Lasertechnik – eine ist beispielsweise an der L 692 an der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord der Autobahn 45 zu sehen. 

„Die neue Säule kostet ohne Kamera 40 000 Euro“, sagt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises – die Kamera kostet zusätzlich 50 000 Euro. Doch davon gibt es aktuell nur zwei im Märkischen Kreis, die zwischen den Vitronik-Standorten Heedfeld, Lüdenscheid-Nord, Nachrodt und einer Blitzersäule in Plettenberg zukünftig hin- und hergetauscht werden. Welcher Blitzer gerade „scharf“ ist, können Autofahrer nicht erkennen. 

Viele Bürger bewerten Blitzer als Abzocke

Hans-Jörg Böhme ist derjenige, der sich um die Anlagen kümmert, beispielsweise die Messgeräte austauscht oder den Chip mit den Fotos entfernt. Er wird von den Autofahrern mehr angegriffen als bejubelt. „Ich erschrecke mich immer noch, wenn ich auf der Leiter stehe und ein Lkw-Fahrer hupend an mir vorbei fährt. Man wird auch nicht selten beschimpft. Aber früher habe ich mich darüber aufgeregt, heute gibt es keine Reaktion mehr von mir“, erzählt der Mitarbeiter des Kreises, der durchaus weiß, dass viele Bürger die Blitz-Anlagen als Abzocke bewerten. Diesen Vorwurf möchte er zurückweisen. 

Die Vitronik-Anlage überwacht sich übrigens sogar selbst. Stimmt etwas nicht, bekommt Hans-Jörg Böhme eine Nachricht aus der Anlage auf sein Handy. Sollte beispielsweise die Tür aufgebrochen werden, gibt es zudem direkt eine Meldung an den Wachschutz. Wenn die neue Nachrodter Anlage aufgestellt ist, gibt es kreisweit 26 Starenkästen. Vier sind dann Vitronik-Anlagen.

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