Bilder lassen Besucher schaudern

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Siegfried Kruse (links) erinnerte an das Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren.

Nachrodt-Wiblingwerde - Passender hätte der Ort wohl kaum sein können. In der Wiblingwerder Heimatstube, inmitten von Relikten längst vergangener Zeiten, schauten die Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins am Montagabend einen Film zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die teils erdrückenden Bilder und die Zeitzeugenberichte, die immer wieder mit einflossen, machten den Abend zu einem besonders intensiven Erlebnis.

Im Ofen knisterte das Holz, die Plätze in der kleinen Stube füllten sich. Weit mehr als 30 Interessierte kamen. Doch was nach einem gemütlichen Kinoabend aussah, war eine besonderer Rückblick in die dunklen Seiten der Zeitgeschichte. „Wir zeigen heute einen Film anlässlich des Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren“, erklärte der Vorsitzende Siegfried Kruse. Zusammengestellt wurde er von Historikern des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe aus Material, das die Amerikaner bei ihrem Vormarsch im Früjahr 1945 auf Westfalen aufnahmen. Es zeigt, mit welcher Macht und Grausamkeit die Alliierten Westfalen eroberten. „Für diesen Film wurden mehr als 80 Stunden Material gesichtet. Hätte man die Filmrollen aneinandergereiht, wären mehr als 7000 Kilometer Film zusammengekommen“, erklärte Kruse.

Die Bilder zeigten ohne jegliche Beschönigung die Eroberung des Sauerlands. Das war bis kurz vor Ende des Krieges zum Teil verschont geblieben. Doch Dorf für Dorf übernahmen die Amerikaner dann die Macht. In Schmallenberg eskalierte die Situation. Die Bewohner leisteten heftigen Widerstand. Bodentruppen und Panzer reichten nicht. Fliegerbomben wurden abgeworfen. Bilder, die Erinnerungen weckten. Denn manch einer im Publikum hatte selbst noch Erinnerungen daran, wie es war als die Amerikaner in der Gemeinde ankamen. So blutig wie in Schmallenberg sei es in Nachrodt-Wiblingwerde allerdings nicht gewesen.

„Es ist eine einzigartige Dokumentation der Zeitgeschichte aus Sicht der Amerikaner“, betonte Kruse. Der Moment, der zeigte, wie am „Schwarzen Freitag“ über Münster binnen 15 Minuten 29 000 Fliegerbomben abgeworfen wurden, ließ die Besucher erschaudern.

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