Projektmanager könnte Büro im Amtshaus beziehen

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In Werdohl gehörte Bürgermeisterin Birgit Tupat (links) am Dienstagabend zu den Gründungsmitgliedern des Vereins für die Regionalentwicklung Lenneschiene. Ihr Finnentroper Amtskollege Dietmar Heß (Mitte) wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Nachrodt-Wiblingwerde - In Werdohl hat Bürgermeisterin Birgit Tupat am Dienstagabend an der Gründung des Vereins für die Regionalentwicklung Lenneschiene teilgenommen. In der Doppelgemeinde hält sich das Interesse an diesem Verein, der bis 2020 in seinen sechs Mitgliedskommunen 2,7 Millionen Euro investieren kann, allerdings in Grenzen.

„Es waren erfreulich viele Leute da – aber leider niemand aus Nachrodt-Wiblingwerde“, sagte Bürgermeisterin Tupat mit Blick auf die etwa 50 Teilnehmer der Gründungsversammlung. Dabei wäre ein Engagement von Ehrenamtlichen in diesem neuen Verein durchaus wichtig. Die Mittel, die Land, Bund und EU zur Verfügung stellen, dürfen nämlich nicht von den Kommunen selbst verbraucht werden, sondern müssen für Projekte eingesetzt werden, die Ehrenamtliche, Vereine oder Gruppen vor Ort initiieren. Wenn also diese Akteure in Nachrodt-Wiblingwerde fehlen, „wird es schwierig, eigene Projekte einzubringen“, erklärte Tupat. Das habe die Bevölkerung hier offenbar noch nicht verstanden, weshalb vor Ort noch Informationsarbeit geleistet werden müssen. Sie hoffe aber, dass der Funke schon bald auf die Bevölkerung überspringe.

Einen Beitrag dazu, den Gedanken des Leader-Programms, aus dem die Mittel stammen, in den Köpfen der Nachrodter und Wiblingwerder zu verankern, könnte eventuell der Projektmanager oder Geschäftsführer leisten, der schon in Kürze seine Arbeit aufnehmen soll. Der wird sein Büro nämlich mit großer Wahrscheinlichkeit in Nachrodt-Wiblingwerde und damit in der kleinsten der sechs Kommunen zwischen Iserlohn und Finnentrop beziehen. Entsprechende Überlegungen bestätigte Bürgermeisterin Birgit Tupat gestern auf Anfrage. „Ja, das wäre unser Beitrag, weil wir als Stärkungspakt-Kommune ja ansonsten keine freiwilligen Leistungen erbringen und uns finanziell an dem Verein beteiligen dürfen“, erklärte sie. 6000 Euro „Startkapital“ habe die Gemeinde zwar eingezahlt, darüber hinaus seien aber keine weiteren Zahlungen möglich. Deshalb habe sie angeboten, im Amtshaus das Büro für den Projektmanager und eine ebenfalls einzustellende Bürokraft zur Verfügung zu stellen. Beide Stellen sollen schon sehr bald ausgeschrieben werden. Über das Anforderungsprofil gehen die Meinungen im Verein offenbar noch auseinander. Die einen präferieren eher einen Planer, die anderen einen Marketingexperten, der die Region repräsentieren und gleichzeitig Fördertöpfe anzapfen kann. Für Birgit Tupat steht fest, dass die Auswahl bald getroffen werden muss, weil sich die Leader-Region LenneSchiene im Wettbewerb befindet: „Die anderen 28 Leader-Regionen in Nordrhein-Westfalen besetzen ihre Stellen jetzt auch“, gab die Bürgermeisterin zu bedenken.

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