Initiative will klagen

Recht viele Zuhörer haben die jüngste Ratssitzung verfolgt, die im Saal der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ stattgefunden hat.

Nachrodt-Wiblingwerde - Unverständnis herrschte am Dienstag bei Sylvia Olbrich. „Es ist nicht nachzuvollziehen, dass der Rat seiner Aufsichtspflicht gegenüber der Verwaltung nicht nachkommt“, sagt die Kreispolitikerin der Grünen, die sich mit Stefan Dresel und Ingo Graetz an die Spitze der Initiative zum Erhalt des Jugendzentrums gesetzt hat.

„Wir warten jetzt den Bescheid der Gemeindeverwaltung ab, dann werden wir den Klageweg beschreiten“, kündigte Olbrich an. Die Letmatherin zeigt sich nach Rücksprache mit einem Anwalt überzeugt, dass eine Klage sehr gute Aussichten hat: „Es wäre jetzt dumm, wenn wir das nicht machen.“

Zwar sei die Entscheidung nicht ganz unerwartet gekommen, so Olbrich, doch bekräftigt sie ihre Zweifel: „Nur die Politik konnte hier noch der Verwaltung und damit der Bürgermeisterin Einhalt gebieten und beweisen, dass sie den Bürgerwillen und die Rechtsprechung ernst nimmt.“ Sie und ihre Mitstreiter seien jedenfalls „sauer über so viel Ignoranz.“ Sie persönlich frage sich, „ob es da um persönliche Animositäten geht, die auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen ausgetragen werden.“

Kleiner Rückblick: Am 20. April hatte der Gemeinderat die Schließung der „Nachrodter Kurve“ beschlossen. Ende Juni wird die Gegenbewgung konkret sichtbar, es gründet sich eine Bürgerinitiative. In der nächsten erreichbaren Ratssitzung will die Interessengemeinschaft einen Antrag einbringen, der den Beschluss zur Schließung der Einrichtung aufgibt und Möglichkeiten aufzeigen, wie das JZ durch Bürgerengagement oder mit Hilfe von Institutionen weitergeführt werden könnte. Sollte keiner der Vorschläge auf fruchtbarem Boden fallen, wollen die Initiatoren ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen.

Weiterhin benötigt der Förderverein Mitglieder und vor allem Spenden. „Jede kleine Summe hilft uns auf unserem Weg“, hatte Sylvia Olbrich betont. Es wurde ein Spendenkonto eingerichtet: Volksbank Hohenlimburg eG IBAN: DE80 4506 1524 4220 9742 00

Noch ist – unabhängig von der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes – unklar, wie die künftige Jugendarbeit in der Doppelgemeinde aussehen soll. Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass es einen Auftrag des Rates gebe, mit dem Kreis ein neues Konzept für die Jugendarbeit aufzustellen. Mitte des kommenden Jahres wolle man soweit sein, so Birgit Tupat zu den Ratsmitgliedern. Es werde auf jeden Fall im kommenden Jahr gemeinsame Angebote mit dem Kreis geben.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare