Nachrodt: Krach im Jugenzentrum-Förderverein

Sylvia Olbrich

Nachrodt-Wiblingwerde - Sylvia Olbrich hat den Vorstand des Fördervereins Jugendzentrum Nachrodter Kurve verlassen. „Mir ist bewusst, wie viel Arbeit dem Förderverein nun bevor steht und ich sehe mich zurzeit nicht in der Lage, diese Arbeit vollumfänglich, neben meinen Verpflichtungen in der Flüchtlingshilfe Iserlohn und bei Bündnis90/Die Grünen zu leisten“, erklärt Sylvia Olbrich mit großem Bedauern. So die offizielle Version.

Inoffiziell brodelt es gewaltig. „Sylvia Olbrich ist so beliebt wie ein Pfund Schmierseife in Nachrodt“, sagt Ingo Graetz. Von Anfang an habe es Stunk gegeben. „Und das lag nicht an Stefan Dresel oder mir“, so Graetz, der im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt den Verdacht äußert, Sylvia Olbrich habe sich in Nachrodt nur politisch profilieren wollen.

Besonders übel stoße dem Förderverein Jugendzentrum die Tatsache auf, dass die von den Grünen versprochene finanzielle Unterstützung noch nicht eingetroffen sei. „Das Geld kommt. 500 Euro. Der Beschluss liegt vor. Manchmal dauert es nur etwas“, so Sylvia Olbrich, die die Aufregung nicht nachvollziehen kann. „Ich falle hier gerade aus allen Wolken“, so Olbrich.

Sylvia Olbrich hat den Vorstand verlassen

Am kommenden Mittwoch stehe ein Treffen an, bei dem man eigentlich das weitere Vorgehen besprechen wolle. Dass es jetzt offenbar erst einmal ein klärendes Gespräch geben müsse, liege auf der Hand. Schriftführer Markus Tesmer zeigte sich gestern auch irritiert vom Zerwürfnis. „Wir haben eigentlich keine Probleme mit Frau Olbrich.“ Und diese sagt: „Ich weiß nicht, was Herrn Graetz vergrätzt hat.“ Tatsächlich ist dieser stinksauer – sicher auch, weil der Kampf um das Jugendzentrum Nachrodter Kurve verloren ist.

Der Beschluss des Verwaltungsgerichtes Arnsberg, das den Antrag auf Zulässigkeit des Bürgerbegehrens abgelehnt hat, ist rechtskräftig. Die Frist, dagegen vorzugehen, wurde verpasst. „Aber wir hätten das Geld für die Beschwerde vor dem Oberlandesgericht ohnehin nicht aufbringen können“, gibt Ingo Graetz zu. Das Jugendzentrum wird nun zum 31. Dezember schließen. Dass Graetz und Dresel möglicherweise ausstehende Summen aus der eigenen Tasche bezahlen müssen, macht den Akteuren schwer zu schaffen.

Der Förderverein möchte aber seine Arbeit weiterführen. Wahrscheinlich auch mit Unterstützung der Piraten, die dies am Sonntag während der Kreismitgliederversammlung laut Graetz so beschlossen haben. „Weil ihnen Jugendarbeit am Herzen liegt“, so Ingo Graetz, der ebenfalls „Pirat“ und nun offiziell beim Landesverband NRW eingetragen ist. Der Förderverein werde sich nun, wenn das Jugendzentrum geschlossen werde, für gute andere Kinder- und Jugendprojekte in der Gemeinde einsetzen.

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